Joachim Gauck braucht sein Thema nicht zu suchen: Für die Bürgergesellschaft gibt es viel zu tun. Ein auffordernder Gratulationsbrief

Lieber Herr Gauck,

ich hatte in diesem Blog 2010 geschrieben, dass Angela Merkel Sie als gemeinsamen Kandidaten vorschlägt.

Was damals Wunsch war (und leider blieb), ist heute wahr geworden.

Ich gratuliere Ihnen sehr zur Nominierung als Bundespräsident. Bürgerpräsident waren Sie ja schon lange. Sie brauchen Ihr Thema nicht zu suchen. Das Thema hat Sie längst gefunden:

Sie werden als Präsident der Bürger für mehr Bürgergesellschaft eintreten. Verknüpfen Sie dazu Ihre Erfahrungen mit der Weisheit der Vielen und diskutieren Sie neue Wege der Demokratie!

Ein Beispiel: Der erfolgreich eingeführte Bundesfreiwilligendienst lässt, ein wirklicher   Fortschritt, auch Freiwillige älterer Jahrgänge zu. Und entgegen der Unkerei der Träger damals wird dieses Angebot genutzt. Nun soll aber aus finanziellen Gründen bei 35 Tausend Freiwilligen genug sein. Dabei gibt es mehr Menschen, die sich engagieren wollen, und mehr Bedarf, der angemeldet ist. Ermuntern Sie bitte die Bundesregierung, die Tore weiter offen zu halten. Ungenutzt ist vielfach das Potential der Selbstständigen unter den Engagementwilligen: der Gründer und Ermöglicher. Nicht jeder von diesen kann neben Ideen und persönlichen Einsatz auch noch Geld mitbringen. Auch diese Freiheit muss man sich leisten können oder man muss unterstützt werden.  Regen Sie an, dass potentielle Freiwillige auch selber Vorschläge für Stellen machen können. Was wir zum Ausbau des Engagements vor allem brauchen, sind  Menschen, die andere zum Engagement ermächtigen, für sie Plattformen organisieren. Das kann in einem Stadtteil sein, einem Verein, einer Kirchengemeinde. Ich nenne Ihnen gern erfolgreiche Beispiele, wie aus wenig Geld für Personaleinsatz viel Power für Bürger entsteht: Das ist Ihr Thema!

Sie können der Moraldebatte in unserer Republik durch Leben und Reden wieder Maß geben: gegen ein raffiges, egoistisches Zuwenig und ein herzkaltes, individualfeindliches Zuviel. Gegen Ihre Gegner brauchen Sie die volle, streitbare Bürgersolidarität. Scheuen Sie bitte nicht, diese bei den Akteuren der Zivilgesellschaft einzufordern.

Ihre Unterstützer  werden es Ihnen danken.

Mit besten Grüßen

Henning von Vieregge

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Guten Tag,
  • Brief 30/2012: “Wir sind ein komplett neuer Verband”

    Interview für den VerbändeReport mit Marianne Tritz, DZV Deutscher Zigarettenverband

  • Brief Nr. 29/2012: Ein Gespräch mit Henning von Vieregge über Engagement im Alter bei bürgergesellschaft.de

    Der E-Newsletter Bürgergesellschaft der Stiftung Mitarbeit ist so etwas wie das Zentralorgan der Zivilgesellschaft in Deutschland. Hanns-Jörg Sippel, Vorstandssprecher der Stiftung Mitarbeit, die den Newsletter herausgibt, fragte einmal durch den Garten der aktuellen Themen dieses Genres. Das Interview erschien in der Nr 3/2012 vom 17.2. 2012 http://www.buergergesellschaft.de/nl/ Download Auszug eNewsletter (PDF)

  • Brief Nr. 28/2012: GND: Läßt sich ein profitables Beratungs- und Engagementmodell für Ältere in Deutschland aufbauen?

    Das Interview mit Claudia Rutt, Vorstand Generationennetzwerk Deutschland GND, Bonn, erschien im Verbändereport im letzten Heft 2011. Darin beschreibt sie ihr kühnes Vorhaben: Mit Hilfe des ADAC will sie ein hybrides Modell aus zentraler professioneller Beratung gegen Mitgliedsbeitrag und regionalen Freiwilligenbüros deutschlandweit für die Zielgruppe Ältere aufbauen.Vorbild ist AARP American Association for Retired People. In der Januarausgabe meldet der Verbändereport 'Generationennetzwerk speckt ab'. Claudia Rutt ist abberufen, Nachfolger Robert Sauter vom ADAC ist nicht erreichbar. GND gescheitert? Das Interview liest sich im Licht dieser Meldung neu. Download Artikel VerbändeReport 09/2011 (PDF)

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