Wo Vertrauen ist, ist Heimat: Stimmen zum Buch und ein Interview

01 Okt
1. Oktober 2018

Blog 188/ Oktober 2018
Guten Tag,
für das Magazin von nebenan.de habe ich ein Interview zum neuen Buch gegeben.

Hier Stimmen zum Buch, das am 6.12. herauskommen soll:

Franz-Ludwig Blömker,Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BAS)
“ Henning v. Vieregge kann nicht nur klug argumentieren, er kann auch erzählen. Ein Buch, das nicht nur die engagierten Bürger lesen sollten, sondern auch die, die etwas tun wollen für die Allgemeinheit, aber bisher den Absprung nicht fanden. Das gilt auch und gerade für die Älteren; zum Neustart ist es nie zu spät. Und Heimat zu finden und zu behalten, das war nie wichtiger, für einen selbst und für den Anderen.

Prof. Dr. Lars Harden, Geschäftsführer der Kommunikationsberatungsagentur aserto
Ein wichtiger Impuls, den dieses Buch liefert, ist: Viele Akteure können beheimaten, auch die Kirche, nach innen und nach außen. Um auch für geringer Verbundene wirksamer zu sein, sollte sie sich als Netzwerker in der lokalen Gesellschaft verstehen. Viele Kirchengemeinden sind hierzu im Aufbruch. Auch die Kirche als Ganze muss sich viel mehr bemühen, in allen (übrigens auch digitalen) Lebensbereichen Beheimatung anzubieten. Das Buch gibt dazu kluge Denkanstöße.

Carsten Kühl, Leiter Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Finanzminister a.D.
Theoretisch fundiert und praktisch anleitend – ein leidenschaftliches Plädoyer für zivilgesellschaftliches Engagement. Und eines wird deutlich: Engagement und Vertrauen schaffen ein Gefühl von Zugehörigkeit und Heimat, nationalistischer Abgrenzung bedarf es da nicht – wohltuend.“

Ina Remmers, (Brunk), Mitgründerin von nebenan.de
„Man möchte bei allem, was Henning von Vieregge in seinem Buch so scharf analysiert und beschreibt, ja ja und nochmal ja rufen. Vor allem die Auseinandersetzung mit dem Thema Nachbarschaft und ihrer Bedeutung für das Gelingen von Heimat ist ein Plädoyer für ein klein wenig mehr Zuwendung und Mitmenschlichkeit im Alltag. Kurzweilig, ehrlich und dennoch voller Zuversicht. Henning von Vieregge beobachtet und begleitet unser Vorhaben nebenan.de fast seit der Gründung vor 3 Jahren. Nachbarschaft verbindet eben.

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge
P.S. Ein Beitrag aus der Mainzer Allgemeinen Zeitung zu nebenan.de

Eginald Schlattner zum 85. oder die Unentrinnbarkeit der Biografie

13 Sep
13. September 2018

Blog 187/September 2018

Guten Tag, warum ich einen Beitrag zum 85. Geburtstag des deutsch-rumänischen Autors Eginald Schlattner – der Begriff „Siebenbürger Sachse“ ist fast so ausgestorben wie diese Minderheit in Rumänien – geschrieben habe?
Die doppelte Überschrift liefert die Auflösung: Der äußere Anlass ist sein 85. Geburtstag am 13. September. Den eigentlichen Grund liefern weniger seine Romane als sein Leben.

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Mein neues Buch: Wo Vertrauen ist, ist Heimat -Auf dem Weg in eine engagierte Bürgergesellschaft

31 Aug
31. August 2018

Blog 186/August 2018

Guten Tag,

Hier der Entwurf zum Klappentext:

„Was schafft Vertrauen, die Ursubstanz von Heimat? Durchgeprüft werden unsere Bindungen: Familie, Freunde und Nachbarn. Der Befund: Es ändert sich Vieles, aber keineswegs zum schlechteren. Das gilt auch für die digitale Nachbarschaft. Maria Loheide, Vorstand Diakonie Deutschland, unterstreicht in ihrem Gastbeitrag, warum sich die Vernetzung zwischen ihrer Organisation und Nebenan.de lohnt. Henning von Vieregge beleuchtet das bürgerschaftliche Engagement aus fünf Blickwinkeln und gibt so denen, die sich engagieren und denen die sich dies überlegen, eine gute Orientierung darüber, unter welchen Voraussetzungen Engagement wirklich lohnend ist, für einen selbst, für den Nehmenden, bezogen auf die Institution, unter deren Dach das Engagement passiert, nachbarschaftlich und gesamtgesellschaftlich. Da wo Heimat ist, ist Vertrauen und nachdrückliche Vertrauensbeschaffer sind das aktive Drittel der Gesellschaft, die bürgerschaftlich Engagierten. So entgiftet der Autor den Heimatbegriff und bringt ihn auf Demokratietauglichkeit. Ein mutmachendes, faktenreiches Buch in lockerem Erzählton“

Das Buch erscheint im oekom Verlag, München, am 6.12. 2018
Vorbestellungen sind möglich und erwünscht.

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Zivildienst mit und ohne Waffen: ja bitte

12 Aug
12. August 2018

Blog 185/August 2018

Guten Tag,

AZ-Kommentar Allgemeine Dienstpflicht 10.8.2018

der Chefredakteur der in Mainz erscheinenden Allgemeinen Zeitung, Friedrich Roeingh, spricht sich für eine allgemeine Dienstpflicht aus. Ich möchte ihm voll zustimmen. Eigentlich wollte ich einen Beitrag zum Thema schreiben. Das kann ich mir sparen, denn im Beitrag ist alles Wichtige zum Thema enthalten.
Wenn in der gleichen Ausgabe der Zeitung der Chef der rheinland-pfälzischen Jungsozialisten, Umut Kurt, meint, Zivildioenst mit und ohne Waffen gehe ja rechtlich gar nicht und im übrigen solle man besser das Ehrenamt fördern, so liegt er doppelt falsch. Denn erstens kann man bürgerschaftliches Engagement gerade durch einen Zivildienst mit und ohne Waffen bestens unterstützen. Direkt, indem die jungen Leute mithelfen, der Freiwilligenarbeit zum Beispiel in Vereinen und Initiativen organisatorisches Rückgrat zu geben (so wie früher der Zivildienst) und indirekt, indem die neuen Zivildienstler früh mit Engagement zusammenkommen und auf diese Weise gewonnen werden können. Mit seinem Hinweis, die Einführung eines zivilen Dienstes mit und ohne Waffen gehe ja rechtlich nicht, steht der Jungsozialist nicht alleine (Volker Rühe, CDU, grüßt als Gesinnungsgenosse) und offenbart doch ein erschreckendes Maß an Konservatismus. Richtig ist doch, dass überlegt wird, was politisch gewollt wird. Erst dann sollte man die Juristen fragen, was zu tun ist, damit die Umsetzung gelingt. Sich dem Diktat der Rechtsvorschriften zu unterwerfen, wäre die Resignation des Politischen. Erschreckend, wenn dies Jungpolitiker nicht sehen. Der von Roeingh geforderte Neustart der Debatte sollte den demographischen Wandel und die Zukunft der Zivilgesellschaft in den Mittelpunkt rücken. Insbesondere die Grünen sind gefordert, nicht nur so zu tun, als seien sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Herr Habeck, jetzt heißt es, Flagge zeigen.

Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

Engagement, das attrahiert

07 Aug
7. August 2018

Blog 184/August 2018

Guten Tag,
„Engagement, das attrahiert“ ist ein Beitrag, den ich für den Verbändereport, bei dem ich Redaktiosmitglied bin, geschrieben habe.Denn Verbände beschäftigt die Entwicklung rund um das bürgerschaftliche Engagement. Die Politiker auch? Ich habe da meine Zweifel. Wenn man sieht, auf welchem Niveau der Vorschlag von Annegret Kramp-Karrenbauer diskutiert wird, über die Wiederbelebung des ja nur ausgesetzten Wehrdienstes und damit auch des Zivildienstes nachzudenken, dann zweifelt man daran, ob Medien und Poiliker in ihrem Leben schon mal von Zivilgesellschaft als dritter Arena neben Staat und Wirtschaft nachgedacht haben. Aber der Reihe nach. Erst einmal der Beitrag aus dem Verbändereport Nr. 5 vom Juli/August, also gerade erschienen. Als Blog 185 folgt dann ein Meinungsbeitrag zur Diskussion um den „Zivildienst mit und ohne Waffen“, wie es vor dem Guttenbergschen Eskapismus hieß.
2018 Verbändereport Engagement attrahiert

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Aus aktuellem Anlass: Das Wunder von Bern: nach der großen Niederlage ein kleiner großer Sieg.

17 Jul
17. Juli 2018

Blog Nr. 183 /Juli 2018

Guten Tag,
nach dem für die deutsche Nationalmannschaft schmählichen Ausgang der Fußball-WM machte die DFB-Führung nahtlos dort weiter, wo sie mit der unnötigen langfristigen Vertragsverlängerung für J. Löw und seine Helfer vor der WM begonnen hatte: beim Weg in die Verkrustung: Der Trainer bleibt, der Stab bleibt, es gilt das „Weiter so“. Da bietet sich der lange Rückblick an. Das ist eine Methode, um richtig einzuordnen, was passierte und was passieren müsste. Mein Freund Hans Heinrich Peters, ein Fußball-Enthusiast mit breiter Berufserfahrung in der Wirtschaft, hat sich vor einiger Zeit in seinem Rotary-club an das spannende Thema gewagt. Er fand heraus, dass das „Wunder von Bern“ für die Konstituierung der Republik von großer Bedeutung war und zur Fehlinterpretation einlud. Vergleicht man heute Merkel und Löw, so waren es damals Herberger und Adenauer. Ich präsentiere H.H. Peters stolz als Gastautor auf meiner Homepage.

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Hans Heinrich Peters, Hannover
„Das Wunder von Bern“ oder „ Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Wankdorf Stadion zu Bern“

I. Vorgeschichte
Das Wunder von Bern, das Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft 1954, das Deutschland am 4. Juli sensationell mit 3:2 gewann, liegt in diesem Sommer 64 Jahre zurück.
Deutschland ist noch dreimal, 1974, 1974 und 2014 Weltmeister geworden, aber die Mannschaft von Bern hat immer noch Ausnahme-Charakter. Unter Fachjournalisten kann man noch heute die Elf von Bern problemlos aufsagen, bei 1974 und 1990 geraten fast alle ins Stocken.

Wie war das 1954? Es herrschte kalter Krieg, der Korea-Krieg ging zu Ende, die Franzosen zogen sich aus Indochina zurück. Über dem Bikini-Atoll wurde die erste Wasserstoff-Bombe abgeworfen mit einer Sprengkraft, 1000mal so stark wie die Bombe von Hiroshima; der nukleare Wettlauf begann. 1953 war Stalin gestorben, in der sog. DDR hatte es am 17. Juni 1953 einen Volksaufstand gegeben, danach verfestigte sich die deutsche Teilung. Am 17. Juni 1954 war der sog. Tag der deutschen Einheit erstmalig gesetzlicher Feiertag. Die Diskussion um die EVG, die Europäische Verteidigungsgemeinschaft befand sich auf ihrem Höhepunkt, die Entscheidung für die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und Deutschlands Eintritt in die NATO.

Die Schrecken und die Entbehrungen, die mit den Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren verbunden waren, verleiteten bald viele Deutsche dazu, sich als Opfer zu fühlen. Man war sich darüber einig, dass es„die Nazis“, allen voran Hitler und die „Parteibonzen“ waren, die Schuld an allem trugen, die eigene Rolle als Mitläufer und potenzielle Mittäter wurde wenig oder gar nicht reflektiert. Die Demütigungen, die der nationalen Trance folgten, waren zahllos. Um die Identifikation der Westdeutschen mit der Bonner Republik war es schlecht bestellt.

Und wie es sportlich, damals?
Deutschland durfte 1954 erstmalig nach dem Kriege wieder an einer WM teilnehmen. Dass Sport und Politik immer eng zusammenhingen lässt sich daraus ablesen, dass Deutschland an den Olympischen Spielen 1948 in London und der Fußball-WM 1950 in Brasilien als Verantwortlicher für den zweiten Weltkrieg nicht teilnehmen durfte, man war geächtet. 1952 durfte eine gesamtdeutsche Mannschaft wieder an den Olympischen Spielen in Helsinki teilnehmen, gewann dort einige Medaillen, aber keine einzige goldene. Reaktion in Deutschland: Nach den Kriegs- und Hungerjahren auch kein Wunder.
Eine kleine Episode noch zur WM 1950 am Rande: England als das Mutterland hatte es lange Jahre für unter seiner Würde gehalten, an solchen Turnieren teilzunehmen. 1950 gab man diese vornehme Zurückhaltung auf, verlor aber sensationell 0:1 gegen die Amateure aus USA. Weil das für englische Journalisten so völlig unfassbar war, glaubte man ernsthaft an einen Übertragungsfehler und ließ Zeitungen erscheinen mit dem Ergebnis: 1:0 für England.
Deutschland hatte sich für die WM 54 in einer Qualifikationsgruppe durchgesetzt gegen Norwegen und das Saarland, das zu dieser Zeit eigenständig unter französischer Kommandantur war. Zum Stichwort Sport und Politik: Ende der vierziger Jahre wurde von französischer Seite versucht, die Stimmung im Saarland zu Gunsten Frankreichs zu beeinflussen. Das ging soweit, dass dem 1. FC Saarbrücken als dem führenden Verein des Saarlandes ein Platz in der zweiten französischen Division eingeräumt wurde. Mit französischem Geld konnten schon damals gute Spieler verpflichtet werden, so dass gute Chancen auf einen Aufstieg in die erste französische Liga bestanden. Dies scheiterte dann allerdings am Widerstand der elsässischen Rivalen aus Straßburg. Read more →

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