Meine nächsten Termine

  • 24.02.2021: VHS Mainz Vortrag „Heimat“ (verschoben)
  • 06.03.2021: PETS, DiTV
  • 23.04.2021: 100 Jahre Rotary in Südafrika
  • 12.05.2021: Ökumenischer Kirchentag Frankfurt
  • 05.06.2021: Governorabend

(Nach-)Ostertexte Teil 1: Ein Brief nach Beit Jala

11 Apr
11. April 2020

Blog 229/April 2020

Guten Tag, Burghard Schunkert ist ein beeindruckender Mann. Er hat die Einrichtung Lifegate in Beit Jala bei Jerusalem aufgebaut, in der behinderte Kinder und Jugendliche tagsüber Unterstützung erfahren mit dem Ziel, sie möglichst so ins Leben zu entlassen, dass sie für sich selber sorgen können. Medizinische Eingriffe stehen oft am Anfang. Das Haus ist christlich geführt und lebt von Spenden und dem Verkauf hergestellter Waren. Auch ein Gästehaus gehört dazu. Jetzt, wo Touristen ausbleiben, dürfte die Existenzgefährdung dieser wertvollen Arbeit noch größer werden. In Deutschland gibt es einen Förderverein. Ich habe Schunkert einige Impressionen aus dem deutschen Corona-Land zu schicken.

Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

An den Leiter von Lifegate in Beit Jala bei Bethlehem

Lieber Herr Schunkert, alle Ihre Reisepläne auf Eis, nehme ich an? Ausgangssperre, habe ich gehört, in Beit Jala. Heisst dies, dass die Schützlinge daheim bleiben müssen?
Wie ist Ihre Lage?

Sie können sich denken, dass in Deutschland ziemliches Entsetzen herrscht. Erfahrungen im Experimentieren und Lavieren bestehen ja eher weniger als in den Ländern, in denen dies zum täglichen Handeln gehört. Andererseits herrscht hier die Vorstellung (und wird von den Politikern genährt): Wir haben Geld genug. Für uns.

Nicht nur die nationale Sicht blüht, sondern auch die regionale und lokale. Da gibt es beispielsweise einen Erlass, der die Bewohner von Read more →

Skifahrerbräune vom Balkon – Wie Annette ihre Tage in der Isolation verbringt

01 Apr
1. April 2020

Blog 228, 1. April 2020
Guten Tag,

Zu den beiden Fotos: Okay, Manches kam überraschend; wer denkt in Zeiten von Globalisierung schon daran, dass chinesische Katastrophen in Windeseile auch unsere sein können. Andererseits gibt es schöne Beispiele, wie die zusammenstehen, die ansonsten wenig miteinander anfangen können.

Also: Ich bleibe bei den optimistischen Texten als Gegenwurf zur Covid 19 Herausforderung und ich bleibe bei Fremdtexten.
Meine Berline Freundin Annette Schulte Döinghaus wurde vom Tagesspiegel für eine Kolumne, in der Berliner schildern, wie es ihnen gerade geht, um einen Text gebeten. Hier die Langform, in der Druckversion wurde der schöne Text gekürzt. Mir gefällt die Langversion besser. Danke, dass ich ihn hier nachdrucken darf.
Mit herzlichen Grüßen wünsche ich Lesevergnügen und verknüpfe den Wunsch mit der Anregung, es auch mal mit einem Tagesbericht zu versuchen.
Das Resultat gern an mich.
Henning v. Vieregge

Und hier Annettes Text:

Skifahrerbräune vom Balkon

Seit ein paar Tagen sitze ich vormittags
auf meinem Balkon – strahlend blauer Himmel,
die Sonne wärmt angenehm und bräunt
leicht mein Gesicht bis zum Kragen
des dicken Wintermantels, den ich
wegen des noch kalten Windes hoch
geschlossen habe.
Ich bin glücklich in dieser Stunde,
tanke Vitamin D und Lebensfreude,
dick eingecremt mit Sonnencreme SF 30.
Ich häkele wieder ein „Granny Square“,
ein Quadrat in hell-türkis, das sich am Ende
mit vielen anderen Quadraten in Read more →

Matthias Horx: Musik auf den Balkonen, Die Welt nach Corona

20 Mrz
20. März 2020

Blog 227/März 2020
Guten Tag,

hier ein Gastartikel, sogar ungefragt. Aber Gutes zu verbreiten, das kann kein Fehler sein. Zukunftsforscher Matthias Horx stellt nicht nur eine wichtige Frage („Wie sieht die Welt nach Corona aus“), sondern bedient sich zur Suche nach einer Antwort eines überzeugenden Mittels, das er Regnose nennt, im Gegensatz zur Prognose der Zeitsprung nach vorn und dann die Rückwärtsschau. Ich habe diese Methode bei meiner Rede zu meinem 100. Geburtstag auch schon verwendet; sie trägt. Wohlan denn,Originalton Horx (aus Rotary Magazin Artikel vom 20.3. 2020)

Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

Nichts geht unter (von der Sonne abgesehen) Mainzer Sand 19.3. 2020

Matthias Horx
Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn „vorbei sein wird“, und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals. Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Wir nennen sie Bifurkationen. Oder Tiefenkrisen. Diese Zeiten sind jetzt.

Die Welt as we know it löst sich gerade auf. Aber dahinter fügt sich eine neue Welt zusammen, deren Formung wir zumindest erahnen können. Dafür möchte ich Ihnen eine Übung anbieten, mit der wir in Visionsprozessen bei Unternehmen gute Erfahrungen gemacht haben. Wir nennen sie die RE-Gnose. Im Gegensatz zur PRO-Gnose schauen wir mit dieser Technik nicht „in die Zukunft“. Sondern von der Zukunft aus ZURÜCK ins Heute. Klingt verrückt? Versuchen wir es einmal:

Die Re-Gnose: Unsere Welt im Herbst 2020

Stellen wir uns eine Situation im Herbst vor, sagen wir im September 2020. Wir sitzen in einem Straßencafe in einer Großstadt. Es ist warm, und auf der Strasse bewegen sich wieder Menschen. Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmeckt der Wein, der Cocktail, der Kaffee wieder wie früher? Wie damals vor Corona?

2020, corona, virus, erkrankung, pandemie
Bringt das Corona-Virus uns menschlich und gesellschaftlich weiter?
Oder sogar besser? Worüber werden wir uns rückblickend wundern?

Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Read more →

Was ist Rotary? Das ist Rotary

14 Mrz
14. März 2020

Blog 226 vom März 2020

Guten Tag,
was sind eigentlich die Essentials von Rotary, der vor 115 Jahren in Chicago gegründeten Vereinigung? Damals trafen sich einige Männer aus dem Mittelstand unter Führung eines Paul Harris(1868 bis 1947). Paul Harris ist heute als Gründervater allen Rotariern geläufig. Die Auszeichnung „Paul Harris Fellow“ (PHF) steht in den Rotarierverzeichnissen hinter den Namen der so Geehrten. Paul Harris hat mit der Gründung von Rotary mehr geschaffen als sein außerhalb der Organisation ungleich bekannterer Zeitgenosse Al Capone (1899 bis 1947), der das damalige Chicago in seiner kriminellen Abgründigkeit geradezu verkörperte.Lernen über den sich verengenden Berufshorizont hinaus, Freundschaft pflegen, in den Ämtern im jährlichen Wechsel rotieren, um Verkrustung zu meiden, sich vor Ort um das Gemeinwohl kümmern, mit eigenem Einsatz an Aktion, Verstand und Geld und schließlich (schon seit 1917) die weltweite Ausbreitung mit weltweitem Hilfebezug, das sind meiner Meinung nach die fünf Essentials von Rotary.

Mehr dazu in einem Beitrag von mir für das Rotary Magazin 2/20
https://rotary.de/gesellschaft/was-rotary-ist-fuenf-essentials-a-15486.html

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Dieter Salomon: Erst OB, dann HGF der IHK – eine grüne Karriere

01 Mrz
1. März 2020

Blog 225/ März 2020

Guten Tag,
Dr. Dieter Salomon war der erste grüne Oberbürgermeister einer Großstadt, nämlich Freiburg. Als er sich zur zweiten Wiederwahl anschickte, wurde er von einem Youngster in der Direktwahl nicht nur für ihn überraschend geschlagen. Um dann ebenso überraschend Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein zu werden. „Die Sprachlosigkeit zwischen Wirtschaft und Politik ist erstaunlich, und es bedarf schon einiger Übersetzungskünstler“, sagt Salomon im Interview. Lesen Sie.

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

2020 VR Nr. 01 Salomon-Interview

Aeham Ahmad-Der Pianist aus den Trümmern

17 Feb
17. Februar 2020

Blog 224 vom 17. Februar 2020

Guten Tag,
Aeham Ahmad beeindruckt: mit seinem Klavierspiel, seinem Gesang und seinem Buch „Und die Vögel werden singen -Ich, der Pianist aus den Trümmern“. Für ein Rotary-Konzert in Marburg als Schlussstein eines Kongresses, den Governor Rainer Moosdorf und ich als Incoming Governor gemeinsam verantworteten, bei dem Musiker Rudolf Piehlmayer aus dem Buch las und beim Schlussstück auf der Klarinette begleitete,sind die nachfolgenden Textstellen aus dem Buch gesammelt. Die Fotos von Christoph Müller stammen aus diesem Konzert vom 8.2. 2020.

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Siehe auch den Beitrag aus der Oberhjessischen Presse vom 19.2. 2020
Oberhessische Presse 19.2.2020 zu Distrikthalbjahreskonferenz Ausschnitt

8. Februar Marburg DiTV
Anmoderation (von Jörg Hahn)
Liebe rotarische Freundinnen und Freunde, die Themengruppen liegen hinter euch, das Finale Furioso vor euch.
Am Flügel sitzt Aeham Ahmad. Er, Jahrgang 1988, stammt aus Yarmuk, einem Vorort von Damaskus, zu Friedenszeiten 650.000 Menschen, zumeist Flüchtlinge aus Palästina. Auch Aeham Ahmads Familie, die Großeltern, sind Flüchtlinge. Yarmuk wurde bekannt als ein Ort, in dem lange eine mit dem Assad Regime verbündete Palästinensergruppe das Sagen hatte, bei Ausbruch der Kämpfe gegen Assad übernahm die Freie syrische Armee das Viertel, danach die jihadistische Al Nusra und hernach die IS. Bei jedem Wechsel, bei jeder Radikalisierung flohen die Menschen aus dem von der syrischen Armee abgeriegelten und geschossenen Yarmuk. Aeham Ahmad blieb, schob sein Klavier in die Trümmer und sang mit Kindern und Erwachsenen die von ihm geschriebenen Lieder, um sich selbst und ihren Mut zu machen. Ein Granatensplitter verletzte seine Hand, er machte weiter. Weil er mit Freunden es schaffte, eine Internetverbindung aufzubauen, wurde er als der Pianist aus den Trümmern weltweit bekannt. Als IS-Leute sein Klavier zerschlugen, wusste er, es geht um Leben und Tod. Er wusste auch, dass er bei seiner Flucht aus Syrien nach Europa nur eine Chance haben würde, wenn er seine Frau und sein Kind zurücklässt. Das war das Schlimmste für ihn. In Deutschland halfen und helfen ihm viele, darunter an prominenter Stelle zwei Rotarier aus Wiesbaden, Elke Gruhn und Tilo von Debschitz. Die Familienzusammenführung gelang insbesondere mithilfe von Elke Gruhn, heute sind Frau und Kind und auch seine Eltern, der Vater ist ein blinder Instrumentenbauer, mit ihm zusammen in einem Dorf in Nordhessen. Aeham-ahmad kann von seinen Konzerten leben. CD und sein Buch und die Vögel werden singen liefern zusätzliche Einnahmen. Ich empfehle Ihnen nach dem Konzert den Weg zum Büchertisch.
Aeham Ahmad hat seine Heimat zweimal verloren, über die Großeltern, die zu Flüchtlingen wurden und nunmehr selbst. Kann er in der neuen Heimat Wurzeln schlagen? Offene Heimat Rotary, der Pianist und Sänger verkörpert ein Stück dieses Leitspruch für 20/21.
Ihm zur Seite sitzt Rudolf Piehlmayer, Dirigent und Mitglied des Rotaryclubs Frankfurt Alte Oper. Er war bis 2009 Generalmusikdirektor des Staatstheaters Augsburg und ist seitdem national und international in Engagements, ein Schwergewicht seiner Tätigkeit liegt in Frankreich. Lieber Rudolf, lieber Aeham Ahmad, bitte sehr.

Wenn Du vor Hunger und Bomben fliehst, lässt Du deine Welt zurück. Und verwandelst dich in eine jener grauen Gestalten, die schon immer im Elend gelebt haben müssen und nun nach Europa kommen, um teilzuhaben am großen Reichtum. So behaupten es jene, die nicht verstehen, wer wir sind und woher wir kommen. Die Angst haben vor uns. Doch meine Geschichte ist eine ganz andere. (15)
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