Meine nächsten Termine

  • 24.09.2020: RC Gießen-Altes Schloß
  • 24.09.2020: RAC Hersfeld Clubbesuch
  • 26.09.2020: Frankfurt, Fraport, Rotary Beirat
  • 26.09.2020: Distriktbeirat in Dante 9
  • 26.09.2020: D 1820 Beirat online

Bußgeldkatalog für Politik und Verwaltung ist überfällig- Sich endlich wieder auf Zusagen staatlicher Stellen verlassen-Gleichbehandlung von Bürgern und seinem Staat herstellen

01 Jun
1. Juni 2020

Beitrag 234/Juni 2020

Guten Tag,

Torsten Traxel und sein Team vom Mombacher Schwimmbad können gar nicht genug gelobt werden. Sie haben in kürzester Zeit die Vorschriften zur Öffnung in intelligenter und kundenfreundlicher Weise umgesetzt. Aber warum haben Politik und Verwaltung es wiederum nicht hinbekommen, wie schon bei Restaurants, Schulen usw., ihre Richtlinien rechtzeitig vor dem Eröffnungstermin fertig zu stellen? Bürger, die Termine nicht einhalten, können vom Staat nicht auf Verständnis rechnen. Wer seine Steuerklärung verspätet abgibt, findet kein Verständnis für die Begründung, er habe eben sorgfältig gearbeitet. DerStaat hingegen begründet jede Verspätung mit Sorgfalt und nutzt aber seinerseits alle Möglichkeiten der Abstrafung bei Terminüberschreitung seiner Bürger. Die aber haben umgekehrt diese Möglichkeiten nicht. Wer in der Wirtschaft nicht pünktlich liefert, muss mit Abschlägen rechnen. Nicht selten sind Strafzahlungen bei Verspätung Bestandteil von Verträgen. Wenn Politik Bürgern einen Zeitpunkt X der Fertigstellung, hat der Bürger aus Erfahrung wenig Hoffnung, dass die Zusage eingehalten wird. Dabei gäbe es Möglichkeiten, Verlässlichkeit staatlichen Handelns herzustellen. Zum Beispiel: Es werden Strafen für Terminübertretungen eingeführt, so wie ein Bußgeldkatalog. Die Bußgelder werden aber nicht aus der Staatskasse bezahlt (sonst würde sich der Bürger selber bestrafen), sondern von den Gehältern der Beteiligten aus Politik und Verwaltung. Man würde sich wundern, mit welcher Durchsetzungskraft staatliches Handeln, gemessen an Ausgaben – und Termintreue, umgesetzt würde.

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Krisenkommunikation, aber richtig: Ein Interview und zwei Episteln

26 Mai
26. Mai 2020

Blog 233 Mai 2020
Guten Tag,
erst die Arbeit, dann das (Lese-)Vergnügen. In Krisen sind Krisenfachleute gefragt, wie man denn richtig kommuniziert. Ich habe für den Verbändereport nachgefragt. Und: Reto hat und zwei weitere Corona-Episteln geschickt.

Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

Das Interview
Roselieb-Interview

Die Episteln:
EPISTULA 6 in tempore Coronae Neu!EPISTULA 7 in tempore Coronae

Reto: ein Schweizer Coronist

13 Mai
13. Mai 2020

Blog 232, Mai 2020

Guten Tag,
man könnte meinen, der Schreiber stehe unter Lagerkoller. Nein, nein! Der Schreiber (für alle, die sich fragen, wer das sein soll:ich) hat sich entschlossen, einem Freund das Feld zu überrlassen: Reto Fritz, einem Musiker aus der Schweiz. Wir haben uns über Rotary kennengelernt. Wir sind beide in 20-21 (von Juli bis Juni) Governor. Das Foto zeigt uns im Regionenbüro Europa, Afrika vor einem Bild von Rotarygründer Paul Harris. Reto nun vertreibt sich seine Zeit auf seine Weise. Es wäre geradezu unfair, zumal er natürlich damit einverstanden ist, die wunderbaren Epistula von Reto Fritz in hiesigen Breiten nicht anzubieten.
Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

/> HDRtist HDR Rendering – http://www.ohanaware.com/hdrtist/[/caption]EPISTULA 1 in tempore Coronae_Variante5

HDRtist HDR Rendering – http://www.ohanaware.com/hdrtist/

EPISTULA 3 in tempore CoronaeEpistula 4EPISTULA 5 in tempore Coronae

Wehrt Euch! Wege aus der Altersfalle

02 Mai
2. Mai 2020

Blog 231/Mai 2020

Guten Tag,

zu dem Beitrag,der nachfolgend abgedruckt ist, schrieb mir mein Freund TS eine Mail, die ich auszugsweise wiedergeben möchte, verbunden mit einer Antwort. Beides hilft nochmals , den Gedankengang des längeren Beitrags einzuordnen. Menschen über 65 tragen, wenn die bishewrigen Forschungsergebnisse zu Corona sich bestätigen, ein anderthalbfaches Ansteckungsrisiko gegenüber Jüngeren, Kinder hingegen sind der Ansteckung nur zu einem Drittel ausgesetzt. Hier wird von einem „Normalo“ ausgegangen, mittleres Alter, keine Vorerkrankungen. In Wirklichkeit variiert die Ansteckungsgefahr individuell erheblich. Kommunikation aber drängt auf Verallgemeinerung.

TS schreibt

Lieber Henning,

danke für Deinen sehr lesenswerten Beitrag „Wehrt Euch! Wege aus der Altersfalle“. Er verdeutlicht den Generationenkonflikt in der aktuellen Corona-Krise und zeichnet einen nachvollziehbaren Weg für dessen Überwindung im Sinne einer Generationensolidarität.

In der Tat, es droht die Rückkehr zu als überwunden geglaubten Altersbildern. Die Formeln „Wer heute alt ist, ist morgen tot“ und „Alt gleich krank“ sind immer noch präsent. Ein Beispiel: Dem Grünen-Politiker Boris Palmer, OB von Tübingen, stößt vor allem der Schutz älterer Menschen auf. „Ich sage es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären – aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen. Wenn Sie die Todeszahlen durch Corona anschauen, dann ist es bei vielen so, dass viele Menschen über 80 sterben – und wir wissen, über 80 sterben die meisten irgendwann….“ Also: Alle Alten sind ein Risiko. Politisch-ökonomisch: Dem Schutz des Lebens darf in der derzeitigen Krise nicht alles andere untergeordnet werden (Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble).

Die Bekämpfung der Corona-Pandemie und die Diskussionen um die Lockerung der Maßnahmen geraten zum Generationenkonflikt: Auf der einen Seite steht die Gesundheit der Alten und Schwachen, auf der anderen das Wohlergehen und die wirtschaftliche Existenz der Jüngeren. Ein schweres moralisches Dillemma. Schon fragt manch einer: Ist es richtig, die Rücksicht auf Alte zur obersten Priorität der Anti-Corona-Maßnahmen zu machen? Ist es zu verantworten, enorm hohe Beträge für die Alten, die ‚ökonomisch unproduktiv‘ sind, aufzuwenden? Wie viel ist ein Mensch, insbesondere ein alter Mensch, eigentlich wert?

Es gibt den Spruch: „Solange man gesund ist, hat man alles…“ Mit Bezug auf die Senioren in den Altersheimen trifft dieser Spruch nicht zu. Die Gesundheit der meisten mag geschützt sein, aber der Preis ist der Verlust der Begegnung und vieler wichtiger Dinge und Gewohnheiten des täglichen Lebens. Auch durch den Schutz der Gesundheit scheint das Glücksgefühl im „heimischen Umfeld“ nicht zu steigen. Eher macht die Quarantäne viele Menschen unglücklich und damit jegliches Glücksgefühl zunichte.

Diejenigen, die in erster Linie Menschen retten wollen, halten es für zynisch, dass Menschenleben für Wirtschaftsinteressen geopfert werden. Diejenigen, die für einen Neustart der Wirtschaft sind, argumentieren damit, dass auch ein Zusammenbruch der Wirtschaft Menschenleben kostet. Noch nie in der Geschichte hat sich eine Infektion so schnell über den gesamten Globus verbreitet. Die CV-Pandemie ist die Schattenseite unserer Mobilität. Dass sie die Welt so völlig unerwartet traf, ist auch darauf zurückzuführen, dass die Wissenschaftler, die schon vor gut 15 Jahren vor einem solchen Szenario gewarnt haben, nicht ernst genommen wurden. Das mangelnde Problembewusstsein zeigt Ähnlichkeiten mit der Klimaforschung: Die Wissenschaftler, die sich mit der Thematik befassen und vor der Gefahr warnen, werden da wie dort nicht ernstgenommen.

Meine Antwort
Lieber T.

Man muss nur aufpassen, dass man auf die Gleichung alt ist gleich krank gleich gefährdet nicht hereinfällt. Entscheidend ist nicht das Zählalter, sondern der Gesundheitszustand. (Unabhängig davon,dass die Pandemie auch Kerngesunde niederstrecken kann).
Und das Gegenteil von medizinischem Tod ist nicht allein der wirtschaftliche sondern auch der soziale Tod.
Die Frage „Sie wollen wohl, dass noch mehr Menschen um der Wirtschaft willen sterben?“ ist eine einseitige Moralfrage.
In Entwicklungsländern kann man das sofort kapieren, bei uns mit Politikern, die so tun, als hätte der Staat für einen unendlichen Zeitraum unendliche Möglichkeiten, ist der Gedanke schwieriger zu vermitteln.
Hätte sich Boris Palmer, ein Polemiker von hoher Qualität, nicht auf Lebensalter und alte Menschen in seiner Polemik bezogen, hätte man seine Aussage ernsthaft diskutieren müssen.
Medizinethiker halten es für wünschenswert, dass durch Vorerkranken hochgefährdete Menschen die Gelegenheit erhalten, über ihre persönliche Entscheidung im Falle einer Erkrankung nachzudenken und diese niederzuschreiben. (bei denen es möglich ist)

Der Beitrag:

im Gefolge von Covid 19 können die Bemühungen von Experten, für ein differenziertes Altersbild zu sorgen, davongefegt werden. Es droht die Rückkehr zu längst überwunden geglaubten Altersbildern. Jahrhunderte lang galt der Erfahrungssatz: „Wer heute alt ist, ist morgen tot.“ Auf diese Aussicht sollten sich die Alten einstellen, sie sollten beten und sich nicht länger ins Alltagsgeschehen einmischen und schon gar nicht ihre Interessen vertreten. Noch in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hieß es seitens der Politik: Goldener Handschlag und ab in den Ruhestand, verbunden mit der Behauptung, dies sei Generationensolidarität. Als ob Arbeitsplätze eine feste Größe sind, geht der eine, kommt der andere. Mittlerweile hatte die Empirie dieses traditionelle Altersbild ad absurdum geführt: Geht man heute von der hierzulande gelernten Alters-Markierung 65 Jahre aus, dann sind diejenigen jenseits von 65 mittlerweile noch überwiegend fit und lassen sich –Alt 68er!- auch nicht beiseite drängen
Dieser Erkenntnis- und Realitätsfortschritt ist nun ernsthaft in Gefahr. Das alte Schema „alt gleich krank“ wird in Covid 19 Zeit wieder hervorgeholt, alle Alten werden zur Hochrisikogruppe ernannt, und sie werden aufgefordert, sich zurückzuziehen und die anderen machen zu lassen. Es lebe die soziale Distanz! Fehlt nur noch, dass der Staat, dessen Führung behauptet, Geld spiele bei der Bekämpfung der Pandemie keine Rolle, für freiwilligen Rückzug eine Prämie auslobt. Bei null Direktkontakten gibt es Read more →

(Nach)Österliche Anmerkungen Teil 2: Freunde schreiben

18 Apr
18. April 2020

Blog230/ April 2020

Guten Tag,
Mir ist in den Vorjahren nicht aufgefallen, dass so viele Freunde so viel Text auf Ostern verwendet haben. Kein Wunder, dies ist ein alles andere als normales Jahr. Hier einige Auszüge:
Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

Natürlich gehen mir die Menschen ab, mit denen ich gern im Kontakt bin, aber mit den Kindern kann ich über Facetime, mit den Kolleginnen und Kollegen in der Stiftung über Zoom sprechen und sie dabei sehen. Ein Glück, dass wir diese Technik haben! (RS)
+++

HDRtist HDR Rendering – http://www.ohanaware.com/hdrtist/


Lützelsee, Schweiz Foto Reto Fritz

Müssen wir aufpassen, dass eine Pandemie unsere Gesellschaft nicht auf einen Weg schickt, der von einer offenen Gesellschaft wegführt und den wir nicht wollen? Ja, wir müssen aufpassen! Auch in Deutschland! Wir müssen aufpassen, weil, auch demokratisch gewählte Regierungen im Vorfeld alle Warnungen missachtet haben, weil Regierungen übergriffig sind und sich an ihrer Macht festkrallen und weil die Krise nicht Anlass sein darf, uns von einer offenen, liberalen, kosmopolitischen Gesellschaft zu verabschieden…. Read more →

(Nach-)Ostertexte Teil 1: Ein Brief nach Beit Jala

11 Apr
11. April 2020

Blog 229/April 2020

Guten Tag, Burghard Schunkert ist ein beeindruckender Mann. Er hat die Einrichtung Lifegate in Beit Jala bei Jerusalem aufgebaut, in der behinderte Kinder und Jugendliche tagsüber Unterstützung erfahren mit dem Ziel, sie möglichst so ins Leben zu entlassen, dass sie für sich selber sorgen können. Medizinische Eingriffe stehen oft am Anfang. Das Haus ist christlich geführt und lebt von Spenden und dem Verkauf hergestellter Waren. Auch ein Gästehaus gehört dazu. Jetzt, wo Touristen ausbleiben, dürfte die Existenzgefährdung dieser wertvollen Arbeit noch größer werden. In Deutschland gibt es einen Förderverein. Ich habe Schunkert einige Impressionen aus dem deutschen Corona-Land zu schicken.

Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

An den Leiter von Lifegate in Beit Jala bei Bethlehem

Lieber Herr Schunkert, alle Ihre Reisepläne auf Eis, nehme ich an? Ausgangssperre, habe ich gehört, in Beit Jala. Heisst dies, dass die Schützlinge daheim bleiben müssen?
Wie ist Ihre Lage?

Sie können sich denken, dass in Deutschland ziemliches Entsetzen herrscht. Erfahrungen im Experimentieren und Lavieren bestehen ja eher weniger als in den Ländern, in denen dies zum täglichen Handeln gehört. Andererseits herrscht hier die Vorstellung (und wird von den Politikern genährt): Wir haben Geld genug. Für uns.

Nicht nur die nationale Sicht blüht, sondern auch die regionale und lokale. Da gibt es beispielsweise einen Erlass, der die Bewohner von Read more →

© Copyright - Henning von Vieregge