Meine nächsten Termine

  • 05.12.2020: Supervision
  • 07.12.2020: D 1820 Talk 11 Peace Chair und Gesetzgebende Versammlung Rotary
  • 07.12.2020: RC Bad Homburg
  • 07.12.2020: 1820 TALK Demokratie in Rotary
  • 21.12.2020: D 1820 Talk 12 Halbzeit-Bilanz

Lebensmodelle ab 65 – Anregungen aus Gesprächen

27 Jul
27. Juli 2020

238/Juli 2020

Guten Tag, ich habe ein gutes Buch gelesen und möchte das gern vorstellen.
Mit herzlichen Grüßen
Henning von Vieregge

Flyer Buch 65+

Neulich las ich eine Todesanzeige, die sinngemäß so ging: „Heute wäre die XY 100 geworden. Ihre Verwandtschaft hat sie vor zwei Jahren in ein Seniorenheim gebracht, dort ist sie vor einem Jahr gestorben.“ Es war so eine verkappte Todesanzeige, in Wirklichkeit ein Protest gegen die Behandlung einer älteren Dame durch ihre Verwandtschaft. Der Vorwurf: 0hne Verbringung in ein Seniorenheim wäre sie 100 geworden.
Auch diese etwas skurrile Geschichte zeigt, dass wir uns daran gewöhnt haben, nicht mehr mit 65 zu sterben. Die Autoren Ernst Bechinie und Judith Barbara Shoukier erinnern in ihrem Buch daran, dass noch im Jahr 1900 die durchschnittliche Lebenserwartung unter 50 Jahren lag. Und so war es über Jahrhunderte gewesen. Es war keineswegs respektlos, dem Philosophen Immanuel Kant, wie es ein Gratulationsredner tat, zum 50. Geburtstag mit „ehrwürdiger Greis“ zu titulieren. Die große Wende kam wesentlich durch medizinischen Fortschritt im Übergang ins 20.Jahrhundert, die Folgen setzten nach und nach ein.
Die Altersforschung hat sich inzwischen angewöhnt, von einer dritten Lebensphase zu sprechen, die sich zwischen Berufstätigkeit und Hochalterigkeit geschoben hat. Der Begriff „Ruhestand“ ist demnach in der bisherigen Form ein Auslaufmodell, er wandert entweder im Leben an den Rand oder verschwindet ganz. Aber was soll an die Stelle treten? Das traditionelle Altersbild ist wesentlich verlustgeprägt und trifft die Wirklichkeit somit nur noch begrenzt. Im Überschwang werden Muntermacher als Bücher, Tassen und T-Shirts geboten, in denen das eigentliche Lebensglück denjenigen, die in diese Phase eintreten, quasi automatisch bevorsteht. Die Werbung zeigt heitere, aktive jung-ältere Paare, die sich mit vollständigen Zahnreihen scheinbar ewig anlächeln: die neuen Kreuzfahrer sind da. Nicht nur in Pandemiezeiten gruselt einen vor so viel Oberfläche.
Was für eine Freude, in einer solchen Situation ein wirklich schön gemachtes Buch mit Geschichten von Menschen über 65 lesen zu können. Pasqualina Perrig-Ciello, schweizerische Altersforscherin, schreibt in ihrem Vorwort Read more →

Ich bin der Governor 3Z, Materialien in eigener Sache

25 Jul
25. Juli 2020

Blog 237/Juli 2020

Guten Tag,
mal in eigener Sache, die mich in diesen Wochen – und das wird bis Ende Juni so bleiben- ziemlich ausfüllt: das Ehrenamt eines Rotary-Governors, in diesem Fall im Distrikt 1820, der Hessen minus Starkenburg umfasst, 75 Clubs mit fast 4000 Mitgliedern.

Anbei der erste Governorbrief, eine begonnene Talk-Reihe online und ein Interview mit Erklärung der Headline und der Frage, was das Foto mit den beiden Gasttöchtern hier zu suchen hat:

Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge
P.S. Ich füge das große Interview mit Weltpräsident Holger Knaack an, das ich für die Zeitschrift Verbändereport geführt habe.
2020 Verbändereport Knaack Interview

Heimat und Epistula -Briefwechsel mit einem Schweizer

12 Jul
12. Juli 2020

Beitrag 236/Juli 2020

Guten Tag, mein Schweizer rotarischer Freund Reto Fritz schreibt weiter seine Epistula und ich antworte mit einem Brief, in dem ich ihm durchbuchstabiere, was Rotary und Heimat zusammenbringt.

Lieber Reto
Du hast mich gefragt, ob ich ein Motto für mein rotarisches Governor-Jahr habe. Ich erzählte Dir, dass mein Leitwort „Offene Heimat Rotary“ heißt. Die Ratlosigkeit in Deinem Gesicht war unübersehbar. Da es keine Zeit zu Erklärungen gab, habe ich dir angeboten, Dir einen Brief nach Zürich mit Erläuterungen zu schreiben.
Wie anfangen? Ich beginne mit Rotary. Wir sprechen uns bei Rotary, wie Du ja weißt, mit “Freund xy“ unter Weglassung aller Titel an. Dahinter steckt ein ziemlich breiter Begriff von Freundschaft, fast so breit wie bei Facebook. In Deutschland gibt es 56.000, in der Schweiz 14.000 und weltweit 1,5 Mio Mitglieder. Allgemein gilt: Was früher „Bekannte“ waren, wird heute unter die Rubrik „Freunde“ gestellt; Freunde oder solche, die es werden können, „Verdachts-Freunde“ könnte man sie nennen. Sie werden behandelt als ob… Darüber kann man lästern, geschieht ja auch nicht selten. Aber bei näherem Nachdenken entdeckt man den Wert einer solchen Regel: Uns Rotarier (immer auch weiblich zu denken) soll Freundschaft verbinden. Wir sollen uns freundschaftlich zueinander verhalten; zivile Umgangsformen wären das Mindeste. Diese Verabredung schafft innerhalb der Clubs ein Klima, in dem man sich besonders wohl fühlt. Ja, Rotary wird so zur Heimat, gewiss nicht als wichtigste Quelle von Heimat, aber doch für viele als eine Quelle mit besonderer Heilwirkung. Jedenfalls für diejenigen Rotarier, die sich einigermaßen regelmäßig bei den unterschiedlichen Anlässen in Beziehung zueinander begeben, dabei von sich preisgeben und sich in freundschaftlicher Duldsamkeit Generationsunterschieden und anderen Meinungen aussetzen. Die ganze rotarische Community steht dem einzelnen Rotarier als eine weltweit agierende Freundschaftsbewegung offen und nicht wenige Mitglieder machen davon Gebrauch, beispielsweise bei Auslandsreisen oder übernationalen rotarischen Zusammenkünften wie zuletzt bei der Welt-Convention in Hamburg, wo fast 30.000 Rotarier zusammen kamen. Nicht zu vergessen der Jugendaustausch, der größte dieser Art durch eine zivilgesellschaftliche nicht profitorientierte Organisation, oder durch die breit gefächerte Stipendiatenförderung. Und: Dadurch, dass Aktionen und Aktivitäten in die Gesellschaft getragen werden, schafft Rotary auch nach außen Heimat, besonders im lokalen Umfeld.
Wer sich engagiert, liefert nicht nur Zeit und Geld und Know How. Das Entscheidende ist, dass Hilfe Wertschätzung erzeugt. Oder besser: erzeugen kann. Und zwar auf beiden Seiten, auf Seiten des Helfers und dessen, dem geholfen wird. Der Helfer ändert durch sein Tun seine Perspektive, er sieht nun die Welt nicht wie gewohnt und das heißt Read more →

Gestern lebensgefährlich, heute eher harmlos? Die Pandemie-Gefahr bleibt, deren Einschätzung ändert sich.

18 Jun
18. Juni 2020

Beitrag 235/Juni 2020
Guten Tag,
nun ist alles normal als sei nichts gewesen?
– Ist denn der Impfstoff da?
– Kann man nun leichter herausbekommen, wer mit Covid 19 schon durch ist ohne es zu wissen?
– Ist man sich sicher, dass die neue App Infektionsketten schneller und effizienter verfolgen lässt?
Alle drei Fragen sind mit „Nein“ zu beantworten.

Das was sich im öffentlichen Diskurs ändert, ist die Einschätzung der Gefahrenlage.
Soziale Verwahrlosung, Übersterblichkeit nicht an sondern wegen Corona (Angst der Menschen vor Ansteckung), Arbeitsplatzverluste, Pleiten: Man kann nun ins Gespräch bringen was vor wenigen Wochen noch tabuisiert war.
Damals lautete das alles überwölbende Entrüstungsargument “ Für dich ist der Profit wohl wichtiger als die Gesundheit“.

Jetzt lautet das Konsensargument: „Alles richtig gemacht zu seiner Zeit. Jetzt gilt es umzusteuern.“
Was verblüfft ist der Gleichklang in den Medien, auch beim Umschwenken.

Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

P.S.
Mein Schweizer Freund Reto epistelt weiter. Sehr zum Vergnügen seiner Leser.
Epistula 10EPISTULA 9 in tempore CoronaeEPISTULA 8 in tempore Coronae

Bußgeldkatalog für Politik und Verwaltung ist überfällig- Sich endlich wieder auf Zusagen staatlicher Stellen verlassen-Gleichbehandlung von Bürgern und seinem Staat herstellen

01 Jun
1. Juni 2020

Beitrag 234/Juni 2020

Guten Tag,

Torsten Traxel und sein Team vom Mombacher Schwimmbad können gar nicht genug gelobt werden. Sie haben in kürzester Zeit die Vorschriften zur Öffnung in intelligenter und kundenfreundlicher Weise umgesetzt. Aber warum haben Politik und Verwaltung es wiederum nicht hinbekommen, wie schon bei Restaurants, Schulen usw., ihre Richtlinien rechtzeitig vor dem Eröffnungstermin fertig zu stellen? Bürger, die Termine nicht einhalten, können vom Staat nicht auf Verständnis rechnen. Wer seine Steuerklärung verspätet abgibt, findet kein Verständnis für die Begründung, er habe eben sorgfältig gearbeitet. DerStaat hingegen begründet jede Verspätung mit Sorgfalt und nutzt aber seinerseits alle Möglichkeiten der Abstrafung bei Terminüberschreitung seiner Bürger. Die aber haben umgekehrt diese Möglichkeiten nicht. Wer in der Wirtschaft nicht pünktlich liefert, muss mit Abschlägen rechnen. Nicht selten sind Strafzahlungen bei Verspätung Bestandteil von Verträgen. Wenn Politik Bürgern einen Zeitpunkt X der Fertigstellung, hat der Bürger aus Erfahrung wenig Hoffnung, dass die Zusage eingehalten wird. Dabei gäbe es Möglichkeiten, Verlässlichkeit staatlichen Handelns herzustellen. Zum Beispiel: Es werden Strafen für Terminübertretungen eingeführt, so wie ein Bußgeldkatalog. Die Bußgelder werden aber nicht aus der Staatskasse bezahlt (sonst würde sich der Bürger selber bestrafen), sondern von den Gehältern der Beteiligten aus Politik und Verwaltung. Man würde sich wundern, mit welcher Durchsetzungskraft staatliches Handeln, gemessen an Ausgaben – und Termintreue, umgesetzt würde.

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Krisenkommunikation, aber richtig: Ein Interview und zwei Episteln

26 Mai
26. Mai 2020

Blog 233 Mai 2020
Guten Tag,
erst die Arbeit, dann das (Lese-)Vergnügen. In Krisen sind Krisenfachleute gefragt, wie man denn richtig kommuniziert. Ich habe für den Verbändereport nachgefragt. Und: Reto hat und zwei weitere Corona-Episteln geschickt.

Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

Das Interview
Roselieb-Interview

Die Episteln:
EPISTULA 6 in tempore Coronae Neu!EPISTULA 7 in tempore Coronae

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