Meine nächsten Termine

  • 17.08.2022: GWA-Veteranen
  • 17.08.2022: Task Force Rotary für Ukraine
  • 18.08.2022: Rotary für Ukraine Strang 4

Kirche als Akteurin der Zivilgesellschaft

06 Apr
6. April 2022

271/April 2022
Guten Tag,
Wer krisenhaft lebt, kann sich einer Sache sicher sein: es wird nicht an Hinweisen mangeln, wie man sich aus der Krise herausarbeitet. Je spektakulärer, umso besser. (Bezogen auf die Wahrnehmungschance). Auch die Möglichkeit, eine Krise schlichtweg in Abrede zu stellen („Uns stört Mitgliederverlust nicht im geringsten“), ist nicht überzeugend. Was also tun? Ein Befund der Umfragen ist unstreitig: Es sind die Pastoren vor Ort, die binden. Ein Pfarrer,m,w oder d, wird als Einzelkämpfer aber wenig ausrichten können, dazu sind die Kirchengemeinden zu komplexe Gebilde. Apropos Gebilde: erst wurden Kirchen gebaut, dann Gemeindehäuser, schlägt jetzt die Stunde der Bürgerhäuser? Adrian Schleifenbaum hat die Argumente zusammengetragen, die dafür sprechen, dass sich Kirche viel stärker als bisher in die lokale Zivilgesellschaft einbettet. Kein Patentrezept, aber ein Weg. Nachfolgend eine Rezension, die im hessischen Pfarrblatt Nummer 2 – 22 Seite 20 erschienen ist.
Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

Adrian Micha Schleifenbaum, Kirche als Akteurin der Zivilgesellschaft, Göttingen 2021, ISBN 978-3-525-51705-5

Der Autor, Adrian Schleifenbaum, mittlerweile Pfarrer in Gießen, nennt mit dem Titel sein Erkenntnisinteresse: „Kirche als Akteurin der Zivilgesellschaft“. Jan Hermelinks vier auf Kirche angewendete Sichtweisen (Organisation, Institution, Interaktion und Inszenierung) werden mit führenden gesellschaftstheoretischen Ansätzen (vor allem von Ulrich Beck und Zygmundt Baumann) verknüpft. Für Schleifenbaum ist klar: Der gesellschaftliche Trend geht von der soliden zur liquiden Moderne und trifft alle Institutionen. Damit ist es nicht hinreichend, die Zukunft der Kirche allein unter der Veränderung innerkirchlicher Wünsche und Bedingungen zu diskutieren. Befunde aus der Zivilgesellschaft lauten: Menschen wollen durch ihr Handeln gestalten, Orientierung ohne Bevormundung erleben und sind Bindungsangeboten gegenüber zögerlich bis abweisend. Auch Kirche kann diesen Trends nicht ausweichen. Auf der Suche nach zukunftsfähigen Konturen von Kirche für sich und seine Generation hat Schleifenbaum folgerichtig im letzten Drittel seines knapp 300 Seiten Textes einen empirischen Teil angefügt, bei dem insbesondere die Beschreibung aus eigenem Erleben von Fresh X, eine Bewegung der anglikanischen Kirche, die auch in Deutschland Fuß fasst, Lesefreude bereitet. Vergessene Möglichkeiten ergeben sich überdies, zweiter Teil der exemplarischen Empirie, durch eine Rückbesinnung der Einheit von Kirche und Diakonie, durch Gemeinwesendiakonie. Auch nicht kirchlich interessierte Menschen sollten die Möglichkeit erhalten, so der Autor, „Kirche selbstbestimmt und nach eigenen Vorlieben zu prägen.“: Die Folgerung: „Kirche bemüht sich gar nicht erst, die Menschen ihrer Nachbarschaft so zu verändern, dass sie endlich in die Kirche kommen, sondern sie öffnet und verändert sich selbst so, dass Kirche endlich in der Nachbarschaft ankommt.“ Wünschenswert wäre es, wenn dieser weite und durchaus kühne, erfreulich lesbar formulierte Entwurf einer „zivilgesellschaftlichen Kirchentheorie“. (so der Untertitel des Buches) bei den laufenden Reformdebatten in beiden Kirchen nennenswert berücksichtigt würde.

Wenn schon Bundeswehr, dann richtig

18 Mrz
18. März 2022

270/März 2022
Guten Tag,
anbei zwei weitere Leserbriefe, die mit der Bundeswehr zu tun haben. Zum einen finde ich die Forderung nach Wiedereinführung des Zivildienstes richtig, bin aber im Gegensatz zu dem Verfasser der Auffassung, man solle auch die Möglichkeit, Stichwort „Zivildienst mit und ohne Waffen“, bei der Bundeswehr den Zivildienst wahrzunehmen, nicht ausschließen. Ich glaube sogar, dass eine Kombination die Durchsetzungsfähigkeit dieser Forderung verbessern könnte. Zum zweiten wende ich mich gegen eine Verhohepiepelung des Militärs in Schlichtform mit Haßelementen, hier speziell von Ex Generälen, die in den Medien als Experten gefragt sind. Es ist noch gar nicht lange her, nämlich bei der Verabschiedung von Angela Merkel mittels Großem Zapfenstreich, als die Reporterin des ZDF, die dort eigentümlich hochgehandelte Bettina Schausten, es tatsächlich fertig bekam, eine ganze Sendung lang von drei Persönlichkeiten, die herausgehoben auf einem Podest saßen, nur zwei namentlich zu erwähnen, nämlich Angela Merkel und Annegret Kramp- Karrenbauer. Der dritte war der Generalinspekteur, Eberhard Zorn. Der fand bei der ZDF – Frau nicht statt. Wer so mit Militär umgeht, kann von Soldaten, auch wenn eines Tages mal die Ausrüstung vollständig vorhanden sein sollte, keine Hochleistung erwarten. Nur aber wenn diese vermutlich erbracht werden würde, funktioniert Abschreckung. Dass wir die brauchen, ist inzwischen klar geworden.Die von mir angegriffene Glosse ist ein aktuelles Beispiel dieser Missachtung, gleichzeitig auf Ältere.Wenn so etwas in eier seriösen Lokalzeitung publiziert wird, ist das alles andere als witzig.
Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

Leserbrief zu Friedrich Roeingh, „Wehrpflicht Nein, Dienstpflicht ja“ vom 3. März 2022
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Roeingh,
hoffentlich geht der neuerliche Anstoß von Friedrich Roeingh, Bürger im Alter, das man früher wehrfähig nannte, zur Dienstpflicht am Gemeinwohl aufzurufen, in der Politik nicht unter. Vielleicht ist jetzt tatsächlich ein günstiger Zeitpunkt, um diese Forderung in der politischen Agenda vorrangig zu platzieren. Alle Gründe, die der Autor in seinem Beitrag nannte, überzeugen.
Roeingh wendet sich aber gleichzeitig gegen die Forderung eines „Friedensdienstes mit und ohne Waffen“, also einer freien Wahl zwischen zivilem und militärischem Dienstjahr. Er meint, Krieg sei heute eine Sache von Profis. Das ist richtig: Professionelle Bedingungen in der kaputtgesparten Bundeswehr wieder herzustellen, das ist in der Tat eine Notwendigkeit. Aber reicht dies, um eine Bundeswehr im europäischen Verbund zu schaffen, die glaubwürdig abschreckt? Sicher nicht, so lange das in Politik, Bevölkerung und Medien tiefsitzende „grundsätzliche Fremdeln allem Militärischen gegenüber“ (so Reinhard Müller, FAZ) nicht überwunden werden kann. Ein Profi, dem grundsätzlich misstraut wird, bringt die erforderliche Leistung nicht, das ist auch in der Bundeswehr so. Und da finde ich, dass in der Diskussion um die Einführung einer Dienstpflicht die Option, auch den Dienst in der Bundeswehr möglich zu machen, nicht vorzeitig aufgegeben werden sollte. Wer freiwillig sein Dienstjahr in der Bundeswehr verbringt (und da gibt es auch für den Nicht-Profi genug Möglichkeiten, sich nützlich zu machen), könnte die Vertrauen schaffende Brücke zwischen Bundeswehr und Gesellschaft bilden, an der es im Moment allenthalben fehlt. Bedenkenträgern sei gesagt: Die Wehrpflicht und, damals völlig unbedacht, damit gleichzeitig auch der Zivildienst wurden handstreichartig abgeschafft. Da kann eine Revision doch nicht völlig unmöglich sein.

Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

Leserbrief
Martin Gerstner, „Die Stunde der Generäle“ in AZ vom 12.3.2022
In seiner Glosse „Die Stunde der Generäle“ mokiert sich der Autor darüber, dass Redaktionen als Experten zum Ukraine-Krieg pensionierte Generäle befragen. Er findet es satirewürdig, dass Ex-Generäle einer nicht funktionierenden Bundeswehr unversehens ins Rampenlicht kommen. Wieso eigentlich? Erstens hat das eine mit dem anderen nichts zu tun und zweitens sind es nicht die Generäle, die die Bundeswehr kaputt gespart haben. Aber es kommt noch ärger: Diese Generäle sind „schmallippige Ex Generalstäbler, deren Gesichtsfurchen von zahllosen Nächten im Feld oder in alkoholsatten Kasernen – Casinos zeugen.“ Neben „Fotos längst abgewickelter Panzerdivisionen“ steht „die Tube mit Rheumasalbe.“ Das ist nicht Satire, sondern billige Polemik. Sie richtet sich gegen Soldaten und gegen alte Menschen. Man stelle sich nur vor, der Autor wäre in gleicher Weise über alternde Journalisten hergezogen, der Text wäre nie gedruckt worden. Putins Überfall auf die Ukraine wäre als Blitzkrieg längst abgehakt, ständen nicht große Teile der Bevölkerung hinter den ukrainischen Kämpfern. Ist das der Unterschied, der mindestens so schwer wiegt wie die Ausrüstungslücken der Bundeswehr? Oder handelt es sich bei diesem Text nicht um ein Zeitsignal, sondern nur um einen peinlichen Ausrutscher?
Dr. Henning von Vieregge, Möldersstr.9, 55122 Mainz

Kampfbereitschaft, wie? 100 Milliarden sollen sich auszahlen

11 Mrz
11. März 2022

269/März 2022
Guten Tag, die Bundeswehr ist auf dem besten Wege, besser sollte man sagen: auf dem schlechtesten Wege, dass Parkinsonsche Gesetz zu verifizieren. Der englische Bürokratieforscher hat am Beispiel der englischen Kriegsmarine gezeigt, die im Laufe der Entwicklung die Flotte immer kleiner und die sie verwaltende Bürokratie immer größer wurde, dass man ausrechnen kann, wann es nur noch die Verwaltung gibt. Und er hat prognostiziert, dass die Verwaltung weiter auf Hochtouren laufen kann, dazu braucht sie keine Schiffe. Eine SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Verteidigungsausschuss, den Namen habe ich vergessen, aber er tut auch nichts zur Sache, hat in einem Interview mit dem Deutschlandfunk zur Frage der Qualität des Beschaffungsamtes der Bundeswehr gesagt, dieses Amt sei unterbesetzt. Darauf die verblüffte Bemerkung der Journalistin: mit 10.000 Beschäftigten?
Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

Leserbrief zu „Was man nicht kaufen kann“ von Reinhard Müller, FAZ vom 2.3.2022

Sehr geehrte Damen und Herren
Abschreckung funktioniert nur, wenn sie für das Gegenüber glaubwürdig ist. Die Glaubwürdigkeit setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der Ausrüstung und der Einsatzbereitschaft. Nachdem die Politik jahrelang die Bundeswehr kaputt gespart hatte, ist hier nun Abhilfe in Sicht. Einsatzbereitschaft braucht gesellschaftlichen Rückhalt. Und daran mangelt es. Wie Reinhard Müller zu Recht feststellt, gibt es ein „grundsätzliches Fremdeln allem Militärischen gegenüber“. Mit Wolfgang Schneiderhan, dem früheren Generalinspekteur der Bundeswehr, ist festzuhalten, dass zum Soldatensein das Kämpfen gehört, das es darauf ankommt, das eigene Leben zu riskieren und natürlich auch zu töten. Was selbstverständlich klingt, ist in der Politik, in den Medien und in der Gesellschaft insgesamt alles andere als selbstverständlich. Die Einführung eines allgemeinen einjährigen Bürgerdienstes, der die Wahl zur Bundeswehr einschließt, könnte vielleicht ein Weg sein, das Fremdeln etwas abzubauen. Diese Diskussion ist jetzt angelaufen und sollte vertieft werden, bevor Bedenkenträger diese längst überfällige Entscheidung wiederum verhindern. Bei der Frage, wie man mit der Tradition des deutschen Soldatentums umgeht, hat die Bundeswehr nach ihrem Traditionserlass von 2018 den weitest möglichen Abstand zur eigenen Geschichte eingenommen, wenn es dort heißt, dass die Bundeswehr keine Tradition von Personen, Truppenverbänden und militärischen Institutionen der deutschen (Militär-) Geschichte pflegen will, „die nach heutigem Verständnis verbrecherisch, rassistisch oder menschenverachtend gehandelt haben.“ „Nach heutigem Verständnis“, ist damit überhaupt noch Raum für Anschluss statt Distanz? Will die politische und die militärische Führung auf jedwedes Vorbild verzichten, wie sie es bei der Umbenennung von Kasernen unter Beweis gestellt hat? Die mehr als peinliche Nicht -Würdigung der Soldaten, die in Afghanistan Dienst getan haben, auch jener, die sterben mussten oder verwundet wurden, zeigt, wie viel Umdenken notwendig ist. Der erste Schritt zur Besserung besteht darin, dass die verantwortlichen Politiker umdenken und dies auch öffentlich deutlich machen. Da muss man halt mal einige Hasstiraden in den (vor allem sozialen) Medien durchzustehen bereit sein.
Mit freundlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

Nachbarschaftshilfe: Auf dem langen Weg zur sorgenden Gemeinschaft? Lernfeld: Zivilgesellschaftliche Gemeinwohlproduktion

03 Mrz
3. März 2022

Beitrag 268/März 2022
Guten Tag,
Wesentlich Autoren der Universität Mainz haben Ende letzten Jahres einen Sammelband zum Thema „Lernfeld bürgerschaftliches Engagement“ herausgegeben und die Texte geliefert. Die Subzeile heißt „Zwischen erwachsenenpädagogischem Anspruch und gesellschaftlicher Realität“. Die Herausgeber sind Beate Hörr, Leiterin des Zentrums für Wissenschaftliche Weiterbildung der Johannes Gutenberg – Universität Mainz (ZWW), Sebastian Lerch, Professor für Erwachsenenbildung und Bildung an der Universität und dessen Mitarbeiterin Kim Deutsch. Erschienen ist das Buch bei Beltz Juventa, Weinheim, Basel 2021

Ich habe mich, um einen Beitrag gebeten, mit Loring Sittler, dem langjährigen Verantwortlichen beim Generali Zukunftsfonds, der sich in dieser Zeit den Themen Alter und Engagement widmete, zusammengetan. Das Resultat ist hier in der Abgabefassung zu lesen. Wer sich für die Fußnoten interessiert, sei auf das Buch verwiesen. Auch wurde unser Beitrag für die Druckfassung gegendert. Unser Beitrag beschäftigt sich, wie der Titel der Überschrift, der auch der Titel des Beitrags ist, verdeutlicht, mit der Nachbarschaftshilfe und enthält die Beschreibung eines sehr erfolgreichen Beispiels, nämlich der Seniorengemeinschaft Kronach Stadt und Land e. V.
Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge
P. S. Ich habe mich entschlossen, den Text jetzt hier einzusetzen und mich aller Kommentare zum schrecklichen Geschehen in der Ukraine zu enthalten. Ich denke, da kommentieren andere schon genug. Das bedeutet aber nicht, dass Nicht-Kommentierung gleichzusetzen wäre mit Nicht-Hilfe. Die Aufforderungen dazu sind nicht mehr zu zählen. Wir konzentrieren uns auf ein Projekt, dessen Erfolgsaussichten wir außerordentlich hoch einschätzen: Freunde helfen! Konvoi.https://www.freundehelfenkonvoi.de/ Ich empfehle die Homepage

Der Beitrag:
Führende Sozialwissenschaftler haben bis in die Jahrtausendwende einen unaufhaltsamen Abstieg ehrenamtlichen Engagements prophezeit . Die Argumentation klang plausibel: Mit der Säkularisierung wachse das Bedürfnis nach Selbstbestimmung. Damit kümmere man sich mehr um sich selbst und weniger um den Nächsten. Die Bereitschaft, sich für etwas einzusetzen und gar zu binden, nehme ab.
Gott sei Dank haben sich die Unkenrufe als weitgehend falsch erwiesen. Beispiel Hospiz-bewegung : Gerade weil die sogenannte Apparatemedizin so große medizinische Fortschritte ermöglichte, gerade weil das Spezialistentum immer mehr ausfächerte, wuchs der Wunsch nach menschlicher Zuwendung. Generell und besonders für die Phase des Sterbens. Bürger fanden sich, die bereit waren, diese menschliche Versorgungslücke der Medizin mit ihrem ganz persönlichen Beitrag schließen zu helfen. Die klassische Medizin schwenkte ein und baut nun, immer noch ungenügend, Schmerzbehandlung und Palliativ-medizin aus.
Es gibt eben kein vollständiges Verschwinden uneigennütziger Hilfsbereitschaft. Aber was noch wichtiger ist: Mehr Säkularisierung gleich weniger Engagement – diese Formel stimmt nur insoweit, als religiös und kirchlich Verbundene durch besondere Engagementbereit-schaft nach Umfang, Verantwortungsgrad und Dauer hervorstechen . Gleichzeitig verbreitet sich die Erkenntnis, dass Gemeininteresse und Eigeninteresse sich nicht ausschließen und das dies so auch völlig in Ordnung ist. Uneigennützigkeit ist keine Voraussetzung zu freiwilligem, unbezahltem Helfen.
Neue Herausforderungen
Aber nun geht es um neue Herausforderungen.
– Erstens nimmt die Zahl älterer Menschen zu, Stichwort demographischer Wandel.
– Zweitens nimmt der Wunsch zu, dort zu leben und zu sterben, wo ich hingehöre, also daheim, um an einen Buchtitel von Klaus Dörner zu erinnern.
– Und drittens sendet der Staat Signale, dass er sich mit Blick auf die demographische Entwicklung außerstande sieht, die Versorgung seiner Bürger in der bisherigen Weise fortzuschreiben.
Aus diesen drei Entwicklungen folgen Herausforderungen und Chancen. Bürger müssen selbst- und mitverantwortlicher handeln. Sie können Aufgaben besser erfüllen als der Staat direkt. Allerdings soll sich der Staat nicht völlig herausziehen, sondern den Bürger und seine selbstverwalteten Institutionen unterstützen. Man besinnt sich wieder auf Subsidiarität, Dezentralismus und Engagement. Die zusammenführende Vision heißt „Sorgende Gemeinschaft“. Read more →

Die Ambivalenz des 9. November verstehen und nutzen

08 Feb
8. Februar 2022

Vieregge_ Der 9. November– Tag der Ambivalenz _ Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement

267/Februar 2022

Guten Tag,
es mag verwundern, wenn man jetzt darüber nachdenkt, ob die Zivilgesellschaft dem 9. November nicht mehr Gewicht geben sollte. Aber Änderungen brauchen Zeit. Eine Änderung im Handeln hat einen mehrstufigen Vorlauf.

Hürde Nummer 1: Gelingt es, den Vorschlag in den Aufmerksamkeitskorridor zu bugsieren? Diese Hürde ist schon mal sehr hoch, denn jeder von uns praktiziert täglich die Abwehr von kommunikativen Avancen.

Hürde Nummer 2 genommen, bedeutet: Die Argumentation überzeugt.

Hürde Nummer 3: Die Argumentation behauptet sich im Wettbewerb mit vielen anderen Aufforderungen und Impulsen.

Hürde Nummer 4: Die Auffassung wächst, dass der Empfänger(m,w) den Impuls aufnehmen und in eine Handlungs-Konsequenz überführen will.

Hürde Nummer 5: Die Absicht wird zum konkreten Plan.

Hürde Nummer 6: Mitkombattanten lassen sich überzeugen.

Hürde Nummer 7: Die notwendigen Ressourcen sind vorhanden.

Kein Zweifel, dies ist nur ein Ausschnitt aus der langen Strecke zwischen einem aufgenommenen Impuls – lasst uns den 9. November als deutschen Tag der Ambivalenz ernster nehmen, lasst uns den 9. November nutzen als eine Werbung für Demokratie mit all ihren Unzulänglichkeiten– und Umsetzung.

Anbei die Argumentation. Sie ist erschienen im BBE Newsletter Nummer 2/2022
mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

An Relevanz gewinnen, aber wie? : Beispiel Rotary

19 Jan
19. Januar 2022

Rotary Magazin Artikel_ Standpunkt – Mehr Aufmerksamkeit schafft Relevanz

266/2022
Guten Tag,
im aktuellen Rotary Magazin 1/22 ist ein „Standpunkt“ von mir erschienen, dessen Grundaussagen auch für andere NGOs gelten.

Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

© Copyright - Henning von Vieregge