Brief Nr. 36/2012 Sprüche zum Hundertsten

22 Okt
22. Oktober 2012

Am überzeugendsten ist sein optimistischer Lockruf, neue Wege zu wagen, wenn Exmanager vom emotionalen Gewinn der silbernen Jahre berichten.

So urteilt die Buchautorin Bettina von Kleist in Psychologie heute/Nov. 2012 unter der Überschrift „Manager in Rente“ über mein Buch. Die vollständige Rezension finden Sie unter Leserstimmen. Auf dieser Linie liegt das Schlußkapitel „Was ich meinen Freunden zu meinem 100. Geburtstag sagen möchte.“ Via Facebook hatte ich zu weiteren Beiträgen eingeladen. Ulrike Krämer, Ulli Haller und Stefan Pufe haben sich geäußert.

Ulrike Krämer hat geschrieben: „Hundert Freunde waren an meiner Seite, hunderte von Geschichten säumten unseren Weg, jeder von Euch hatte Bedeutung für mein Leben, hat es beeinflusst , interessanter gemacht. Keinen von Euch möchte ich missen. Mancher ist nicht mehr dabei, der heute gerne hätte hier sein sollen.“

Stefan Pufe hat geschrieben: „Kann ich bitte mal Feuer haben?“ Wahrscheinlich fällt es vielen Menschen einfacher, in ihrer Phantasie drei Jahrzehnte zurück zu gehen.

Ulli Haller hat geschrieben: „Nun habe ich Euch dummerweise alle überlebt und stehe allein hier … Skol!“

2024 werden die letzten Babyboomer siebzig. Wie soll bis dahin das Leben gelaufen sein? Einfach so weiter? Wie soll das gehen? Und was soll bis dahin gesellschaftlich passiert sein? Von allein? Der Optimismus vergeht mir etwas angesichts des Verhaltens staatlicher Stellen, insbesondere vieler Kommunen.  „Pleite und unterbesetzt“, heißt es allenthalben. Noch nie waren die Steuernahmen in der Bundesrepublik so hoch. Gibt es einen gesetzmässigen Zusammenhang zwischen der Höhe der Staatseinnahmen und der  Ineffizienz staatlicher Stellen?  “ Wir bemühen uns, Ihre Anfrage im Rahmen der gesetzlichen Fristen zu bescheiden“, lautet ein Zwischenbescheid einer Baubehörde auf eine Anfrage. Würde der Bürger im Umgang mit dem Staat dererlei Formulierungen verwenden, gäbe es schwer einen auf die Untertanenmütze.

Dass man mit der gleichen Beschäftigtenzahl bei veränderter Organisation deutlich mehr Effizienz erreichen kann, zeigt das Beispiel der IHK Leipzig. Mit Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Hofmann habe ich für den VerbändeReport gesprochen. (in Nr. 6/12 „Der Vertriebsgedanke ist recht neu“). Daran sieht man: Es geht eben doch, auch bei einer Kammer, und warum dann nicht bei staatlichen Stellen? Brauchen die Lock- oder Weckrufe? Auf jeden Fall ist der Bürger gefordert, denn die Parlamente, reich bestückt an Beschäftigten aus dem Staat, räumen die immer größeren Unterschiede an Absicherung im Job und nach dem Job zu den Beschäftigten der Wirtschaft keineswegs freiwillig weg. Wenn aber der demografische Wandel zur Chance werden soll, muß genau das geschehen. Und zwar bald.


Download Artikel VerbändeReport 06/2012 (PDF)

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