Tag Archive for: Vertrauen

Selbstbeheimatung: ein Vorschlag

24 Apr
24. April 2019

Blog 203, April 2019
Guten Tag, jemand ist neu in der Stadt, vergleicht sie mit dem Ort, wo sie herkommt und ist nicht froh. „Wäre ich doch in X-Stadt geblieben“, schreibt sie. Und wenn das nicht geht? Dann hilft nur Selbstbeheimatung. Die Liste enthält dazu Vorschläge.

1. Flanieren
2. Am Ort einkaufen
3. Auf Nachbarn zugehen
4. Die unmittelbare Natur kennenlernen
5. Im Ort essen gehen
6. Lokalteil lesen
7. Vor Ort etwas Neues machen
8. Am Ort sich Freunde machen
9. Sich engagieren (erst einmal in Projekten)
10. Loyal bleiben

Quelle: Henning von Vieregge, Wo Vertrauen ist, ist Heimat, Auf dem Weg in eine engagierte Bürgergesellschaft, München 2018 S. 172

Viel Erfolg damit.

Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

Kann Kirche Heimatstifter sein? Ein Interview, dem widersprochen wurde

03 Mrz
3. März 2019

Blog 199/ März 2019
Guten Tag,
kann Kirche Heimatstifter sein?

Doch lesen Sie selbst.
Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Kirche macht Heimat
Und die Kirche mittenmang
www.die-kirche.de / Nr. 8 / 24. Februar 2019

Herr von Vieregge, eine Zeitlang war „Heimat“ heftig im Gespräch. Angesichts der Flüchtlinge und Einwanderer, die zu uns kamen,
meldeten sich Historiker zum Thema, Kulturkritiker, Publizisten, Schriftsteller, Philosophen, auch Theologen. Sie sannen meist über
Heimat als unbestimmtes Gefühl nach, als verlorenen Sehnsuchtsort, sogar als politischen Kampfbegriff. Neu ist, was Sie in die
Debatte einbringen: „Kirche als Heimat“.

Klar ist schon beim ersten Nachdenken, dass der Begriff Heimat sehr viel Emotionalität enthält, ein Sehnsuchtspotenzial, das fur Wohlfühlmomente und Verlustangste gleichermasen steht. Führende Repräsentanten, der Bundespräsident und der Bundesinnenminister, erstmals
auch Heimatminister, unseres Staates haben es sich zu ihrem Anliegen gemacht, für ein Verständnis von Heimat zu plädieren, das
irgendwie zur Demokratie, zum Staatsverständnis passt. Ich gehe einen Schritt weiter und mache deutlich, dass Kirche ein bedeutender
Beheimatungsakteur ist und will dafür werben, diese Rolle noch stärker wahrzunehmen.

Beheimatungsakteur?

In dem Sinne, dass Kirche beheimatet.Sie kann über die Kirchengemeinden mehr zur Beheimatung in allen Facetten tun. Ein Ansatz besteht
in der Vergewisserung, ein besonders wertvoller Akteur mit und für andere zu sein. Das Spielfeld ist die lokale Zivilgesellschaft. Eine solche Ausrichtung stärkt Demokratie und Kirche in ihr.

Ein weltlich’ Ding, ein Bollwerk des Zivilen? Aber die Aufgabe der Kirche ist doch weniger eine Mandatsübernahme in der Zivilgesellschaft als Seelenheil, Nächstenliebe und Glaubensverkündigung?

Das ist verkürzt und halbherzig. Read more →

Helmut Mühlmeier: Das Buch kann motivieren

27 Feb
27. Februar 2019

Blog 198/Febr. 2019

Guten Tag,
Helmut Mühlmeier ist ein evangelischer Theologe und Business Coach.
Seine Meinung zu meinem Buch ist mir, der ich ihn als kritischen Geist kenne, wichtig.

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Henning von Vieregge greift das in der öffentlichen Diskussion häufig als defizitäres Ereignis diskutierte Thema des bürgerschaftlichen Engagements auf und verortet es um die Begriffe „Vertrauen“ und „Heimat“. Einerseits werden Bedingungen der Möglichkeiten für gelingendes bürgerschaftliches Engagement beschrieben und reflektiert, um dann an Beispielen für das Gelingen inhaltlich bedeutsame Elemente darzustellen. Andererseits wird aber auch ausführlich auf die dem Gelingen bürgerschaftlichen Engagements entgegenstehende Zusammenhänge eingegangen. Die analytische, diskursive und reflektierende Darstellung zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich im Kontext von Erfahrungen bewegt und so beim Lesen die Entwicklung konkreter Vorstellung fördert.
Das Buch ist reich an verarbeitetem Material, bewahrt aber dennoch die Freude am Lesen, weil es nicht bevormundet, Read more →

„Wo Vertrauen ist , ist Heimat“ – Wolf Schmidt bespricht das Buch und wünscht gute Heimatgefühle

22 Feb
22. Februar 2019

Blog 197/ Februar 2019

Guten Tag,

„Wo Vertrauen ist, ist Heimat“; das Buch fällt auf.
Wolf Schmidt, der Experte für das Stiftungswesen, setzt mit seiner Rezension dort an.
Sein Stiftungsblog ist eine empfehlenswerte Homepage.
Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

Wolf Schmidt,
21. Februar 2019

Heimat stiften
Nach den Themen Demographie (2016), Bildung (2017) und Digitalisierung (2018) steht beim diesjährigen Deutschen Stiftungstag „Unsere Demokratie“ im Fokus.
Vorausgegangen ist 2018 eine Studie des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen zu „Stiftungen und Demokratieförderung“. Theresa Ratajszczak und Jochen Suhnken verbinden darin normative Aussagen mit einer empirischen Erhebung.
Dort heißt es: „Demokratien brauchen Bürgerinnen und Bürger, die den normativen Anspruch der Volksherrschaft durch konkrete Teilhabe mit Leben erfüllen.“ Schaut man sich die empirischen Ergebnisse an, wie Stiftungen glauben, „demokratische Kultur“ und „tolerantes Miteinander“ zu fördern, dann steht mit weitem Abstand an der Spitze die „Förderung des bürgerschaftlichen Engagements“, gefolgt von „Arbeit für Toleranz, Vielfalt und gegen Diskriminierung“.
Beide Felder zeigen, wie schwierig es ist, Demokratieförderung operational zu fassen. Bürgerschaftliches Engagement ist ja keineswegs spezifisch für Demokratie. Sowohl die NS-Gesellschaft als auch der DDR-Sozialismus stützten sich in hohem Maße auf freiwilliges Engagement. Nun mag man einwenden, dem fehle das besondere Merkmal selbstbestimmter Eigensinnigkeit. Aber auch das löst sich nicht in reinem schwarz-weiß auf, sondern bedarf damals wie heute einiger Grautöne. Und was ist eigentlich mit einem bürgerschaftlichen Engagement, das von den in der Studie genannten, aber nicht definierten „un- oder gar antidemokratischen Sicht- und Verhaltensweisen“ geprägt ist?
„Vielfalt“ und Bekämpfung von „Diskriminierung“ sind Werte in westlichen Gesellschaften, die – unterschiedlich für USA und Westeuropa – noch kein halbes Jahrhundert Anerkennung genießen. Sie sind Elemente unserer politischen Kultur, aber nicht unbedingt konstitutiv für demokratische Staatsformen. Und sie sind nicht nur von rechts, sondern auch von links als liberale Identitätspolitik umstritten.
Hier lohnt es sich, ein neues Buch von Henning von Vieregge zur Hand zu nehmen. Read more →

Mein neues Buch: Wo Vertrauen ist, ist Heimat -Auf dem Weg in eine engagierte Bürgergesellschaft

31 Aug
31. August 2018

Blog 186/August 2018

Guten Tag,

Hier der Entwurf zum Klappentext:

„Was schafft Vertrauen, die Ursubstanz von Heimat? Durchgeprüft werden unsere Bindungen: Familie, Freunde und Nachbarn. Der Befund: Es ändert sich Vieles, aber keineswegs zum schlechteren. Das gilt auch für die digitale Nachbarschaft. Maria Loheide, Vorstand Diakonie Deutschland, unterstreicht in ihrem Gastbeitrag, warum sich die Vernetzung zwischen ihrer Organisation und Nebenan.de lohnt. Henning von Vieregge beleuchtet das bürgerschaftliche Engagement aus fünf Blickwinkeln und gibt so denen, die sich engagieren und denen die sich dies überlegen, eine gute Orientierung darüber, unter welchen Voraussetzungen Engagement wirklich lohnend ist, für einen selbst, für den Nehmenden, bezogen auf die Institution, unter deren Dach das Engagement passiert, nachbarschaftlich und gesamtgesellschaftlich. Da wo Heimat ist, ist Vertrauen und nachdrückliche Vertrauensbeschaffer sind das aktive Drittel der Gesellschaft, die bürgerschaftlich Engagierten. So entgiftet der Autor den Heimatbegriff und bringt ihn auf Demokratietauglichkeit. Ein mutmachendes, faktenreiches Buch in lockerem Erzählton“

Das Buch erscheint im oekom Verlag, München, am 6.12. 2018
Vorbestellungen sind möglich und erwünscht.

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Heimat ist Wärmestube, nicht Wagenburg

13 Feb
13. Februar 2018

Blog 170/Februar 2018

Guten Tag,
es wärmt im Heim. Draußen ist die Kälte. Zwischen Heim und Ferne liegt die Heimat. Oder ist sie räumlich gar nicht zu fassen?
Wenn ein Thema Karriere macht, dann nicht, weil damit alles zum Besten steht, im Gegenteil. Zumeist ist die Rede darüber eine Problemanzeige. Entheimatung wird befürchtet; das andere Schlüsselwort neben Heimat ist Vertrauen. Es geht also um Vertrauensverlust und Vertrauensgewinn. Was ist zu tun, wenn wir uns das selber fragen? Wie können wir vertrauensbildend wirken, damit wir uns weiterhin wohl und sicher dort fühlen, wie wir leben und so, wie wir leben?
Damit beschäftige ich mich zur Zeit intensiv.
Ich rede darüber bei verschiedenen Anlässen, auch zur Rolle von Kirche in diesem Zusammenhang.
Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

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