Tag Archive for: EKHN

„Jesus wird in Syrien gekreuzigt“ Differenzierte Solidarität der EKHN

29 Jul
29. Juli 2019

Blog 210/Juli 2019
Guten Tag,
unter der Überschrift „Jesus wird in Syrien gekreuzigt“ berichtete die Frankfurter Kirchenzeitung „Sonntagszeitung“ über den Bericht des syrischen Juristen Tarek Bashour bei der Synode der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und die Reaktion darauf . Mich hat die Reaktion empört und ich habe einen Leserbrief geschrieben, der aber nicht gedruckt wurde. So möchte ich wenigstens hier an dieser Stelle verdeutlichen, was mich zu diesem vergeblichen Leserbrief veranlasst hat. Bashour wird in dem Zeitungsartikel mit den Worten zitiert: „Seit acht Jahren warten die Syrer auf jemanden, der etwas sagt, der etwas tut. Und seit acht Jahren, mit jedem Sonnenaufgang, enttäuscht uns die ganze Welt auf ein Neues.“ Jesus werde jeden Tag gekreuzigt, man solle doch wenigstens für die Menschen, Opfer des Terrors der Islamisten, beten. Co-Referent Pfarrer Andreas Goetze mahnte zur Differenzierung: Die Christen seien nicht die Meistverfolgten, man solle sich nicht exklusiv um sie kümmern und nicht jede Verfolgung sei religiös motiviert. Kirchenpräsident Volker Jung ergänzte, mit dem Begriff „Christenverfolgung“ müsse differenziert umgegangen werden. Der Vorschlag eines synodalen Mitglieds, die Bitte von Tarek Bashour aufzunehmen und für die Christen in Syrien zu beten, wurde, hörte ich ergänzend zum Zeitungsbericht, unter Verweis auf die Agenda abgelehnt. Man könne diesen Aspekt im Schlussgebet berücksichtigen. Der Präses der Synode stellte ein Positionspapier zum Thema Religionsfreiheit und Friedensethik in Aussicht. In dieses Positionspapier wird sicherlich die per Bildunterschrift mitgeteilte „Warnung“ des Zweitreferenten eingearbeitet: „Pfarrer Andreas Götze warnt vor einer Reihenfolge der Opfer bei Menschen, die wegen ihrer Religion verfolgt werden.“ Übersetzt heißt dies wohl: „Christliche Kirchen kümmern sich bei Verfolgung wegen Religionszugehörigkeit nicht in erster Linie um Christen.“ In der gleichen Bildunterschrift wird der Terror der Islamisten als“ die Brutalität fremder Mächte, die sich das Land angeeignet haben“ umschrieben. Im Lichte dieser Ausführungen erscheint der Wunsch des syrischen Referenten nach Unterstützung als reichlich naiv.

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Der Pfarrer, der Affe und der Ehrenamtler

23 Mai
23. Mai 2017

Blog 150/Mai 2017

Guten Tag,

Der Pfarrer im Kreis seiner Lieben: ein Lutheridyll

Das Bild aus einem Eislebener Museum zeigt ein Lutheridyll: Der Reformator musiziert im Kreis seiner Lieben. Der Arbeitswüterich, so suggeriert die Szene, konnte auch Entspannung. Heute klagen Pfarrerinnen und Pfarrer nicht selten über Überlastung. Selber Schuld? Ich plädiere für einen neuen Mix von Ehren- und Hauptamt auch in den Kirchengemeinden. Dazu mehr im Hessischen Pfarrblatt April 2017, im Netz zu lesen und runterzuladen. Titel: Von der Anstalt zum Akteur/ Kirchengemeinde mit noch mehr Engagement/Der Pfarrer, der Affe und der Ehrenamtler S.29ff

Das untere Foto, bei einer Wanderung durch Thüringen aufgenommen, zeigt symbolisch: Die Kirche ist nicht mehr ohne Konkurrenz. Sie ist umstellt von Modernität. Darauf muss sie eine Antwort finden, die ihr nicht gleich den Vorwurf, dem Zeitgeist hinterher zu laufen, einträgt. Jede Kirchengemeinde sollte sich, dazu liefere ich Argumente, auf ihren Weg machen, denn lokale und regionale Bezüg und eigene TRadition erfordern unterschiedliche Antworten..Ich würde mich freuen, zu diesem Beitrag Zustimmung und Ablehnung zu erfahren. Dazu gibt es auf dieser Seite die Möglichkeit, aber auch mit einer Mail an mich.

Kirche ohne Alleinstellungsmerkmal

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

Verwahrloste Bahnhöfe

02 Mai
2. Mai 2017

Blog 149, Mai 2017
Guten Tag,
verwahrloste Bahnhöfe bekam ich bei einer Wanderung zwischen Erfurt und Eisleben reichlich zu sehen. Wie kommt’s? Und: Was kann man tun?`
Zur Gründerzeit, also zur Wende ins 20. Jahrhundert, wurden prachtvolle Bahnhöfe gebaut, Kathedralen des Fortschritts, und dort, wo es einige Nummern kleiner sein musste, immerhin Kapellen des Fortschritts. Aufgebaut und -bezogen auf die neuen Bundesländer- wieder aufgeputzt nach der Wende wurden die großen Bahnhöfe, vornean Leipzig. Auf der Streckke blieben die kleinen. Sie wurden geschlossen, verranmmelt und dem Verfall, der Zerstörung und der Verwahrlosung überlassen. Fahrkartenautomaten ersetzen die ehemalige Pracht.

Bahnhof „Glückauf“ in Sondershausen

Ein weiteres Beispiel für viele

Substanz ist da, Vadalismus auch

Beliebt ist, bei solchen Anblicken von öffentlicher Armut und privatem Reichtum zu sprechen. Denn gleich neben diesen Bahnhöfen stehen zumeist gut renovierte und gepflegte Bürgerhäuser. Aber geht es nicht vielmehr um den Unterschied zwischen privater und öffentlicher Aufmerksamkeit? In einigen Fällen waren Bahnhöfe privatisiert. Nicht ein einziger davon war verwahrlost. Warum ist die Privatisierung nicht mehr benötigter Bahnhöfe nicht der Normalfall? Bei der DB kann die Öffentliche Hand Druck ausüben. Sie sollte es tun.

Mit besten Grüßen
Henning v. Vieregge

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