13 Okt

Buchresonanz „Neustart mit 60“

Jens-Peter Kruse, Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit, Hannover, Rundbrief 1/2017
Anstiftung zum dynamischen Ruhestand

Neustart mit 60
Ganz plötzlich ist er da: der Ruhestand. Und mit ihm nicht selten das tiefe Loch, in das man fällt, wenn die Welt der Arbeit mit ihren Erfolgen und Herausforderungen das Leben bis her ausgefüllt hat. Hilft es, sich darauf vorzubereiten? Kann man Ruhestand planen? Ja, man kann und sollte sogar, sagt Henning von Vieregge. Nicht nur, weil der Ruhestand heute länger dauert als früher, sondern weil es immer mehr Möglichkeiten gibt, das letzte Drittel des Lebens aktiv und glücklich zu gestalten. Wer sie nutzt, wird seinen Einstieg in das Rentenalter nicht als Abschluss des aktiven Lebens wahrnehmen, sondern als einen Neustart in einen weiteren, neuen, erfüllenden Lebensabschnitt.Henning von Vieregge, der sich als Publizist und Vortragender seit vielen Jahren mit dem Thema Alternsforschung und Ruhestandsgestaltung beschäftigt, zeigt in seinem aufschlussreichen, amüsanten und von der Praxis geprägten Buch, was man über den Ruhestand wissen sollte und wie man es schafft, aus der geschenkten Zeit gewonnene Jahre zu machen.
Wie das in der täglichen Praxis gelingt, zeigt Henning von Vieregge als Coach und Beraterzusammen mit Hans- Werner Klein und Hermann Ufer abschließend in der Vorstellung des Projektes„SENIOR STARTUP“, einem leichten und kostengünstigen Beratungspaket, das die Agentur „Neue Ufer“ Unternehmen und Privatpersonen anbietet.
Dem Gerontologen Andreas Kruse ist zuzustimmen, wenn er sein Vorwort zu „Neustart mit 60“mit den Worten beendet: „Seine profunden Überlegungen und innovativen Konzepte finden in dem hier vorgelegten Buch ihren Niederschlag. Ich wünsche diesem Buch eine große, neugierige und inspirierte Leserschaft.“

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Helmut Voss,Mainz
Das richtige Buch zum immer lohnenden Neustart
„Besonders gut hat mir gefallen, wie lebensnah und humorvoll die Rituale und Befindlichkeiten geschildert werden, die uns Fastrentner begleiten. Und welche Möglichkeiten es doch gibt, seine ganz persönlichen Konsequenzen zu ziehen und sein Leben, eigentlich muss man sagen, endlich, selbst und selbstbestimmt in die eigenen Hände zu nehmen.
Wunderbar kann man nachlesen, wie es einem so in den letzten Jahren am Arbeitsplatz ergeht. Und dass man mit seinen Gedanken über die eigene Stellung in der Familie, im Unternehmen, bei seinen Freunden, Bekannten und Nachbarn nicht allein, sondern in guter Gesellschaft ist. Und auch, wenn es um die Zukunft geht. Der Neustart mit sechzig lohnt sich auch noch, wenn man siebzig Jahre alt ist. Er lohnt immer.
Henning von Vieregge schreibt nicht nur klug, sinnvoll und klar gegliedert, sondern auch so engagiert und mitreißend, dass man Lust bekommt, alle Lethargie abzuwerfen und sich daran zu machen, die Vorschläge nicht nur im Geiste anzunehmen, sondern in der realen Welt auszuprobieren und umzusetzen. Auf dass die Restlaufzeit sinnvoller und sinngebender wird“.

Helmut Voss ist Pensionär in Mainz. Wir haben uns in einem Seminar des Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung kennengelernt und festgestellt, dass beide Familien aus Mecklenburg stammen.

Prof. Dr. Klaus Dörner, Hamburg :
Man ist nie über- oder unterfordert
„Ich habe Ihr Buch gleich als erstes Produkt der Weihnachtsausbeute konsumiert – und zwar mit Begeisterun. Ihr Buch gehört zu den eher seltenen Buchprodukten, die sich mit der Lektüre weiterentwickeln,so dass man zu keinem Zeitpunkt über- oder unterfordert ist- wer kriegt das schon so gut hin- und das noch bei einem Thema, das ja in der Tat ein Epochenthema ist, also die Verhaltensänderung von mindestens zwei- bis 300 Jahren umfasst. Also, ich bin jedenfalls ganz fasziniert und werde reichlich Gebrauch von dem Buch machen.“

Klaus Dörner hat zwei zentrale Bücher zum Thema geschrieben: „Leben und sterben, wo ich hingehöre, Dritter Sozialraum und neues Hilfesystem“, Paranus Verlag, Neumünster 2007 und „Helfensbedürftig -Heimfrei ins Dienstleistungsjahrhundert“, Paranus Verlag, Neumünster 2012

FAZ März 2017
2017 FAZ Rezension

Karl-Heinz Peters
„Ruhestand –und wie man damit konstruktiv umgeht:

Ein wertvoller, konkreter Helfer, den Unternehmen, Behörden und Institutionen für zukünftige „Kandidaten“ bereit halten sollten.“

Prof. Hans-Heinrich Peters, Hannover ist Pensionär,war u.a. Direktor der Börse Hannover und leitend beim NDR tätig.

Marianne Weber, Mainz
Lebendiger Sprachstil
„Ich fand das Buch sehr interessant, reich an fundiertem Wissen, viele Stimmen kamen zu Wort, der Sprachstil lebendig, bilderreich und eindrücklich, z.B. Leuchttürme des Gelingens, das Literaturverzeichnis eine Fundgrube. Besonders gut gefallen hat mir
-die Darstellung der Phasen des Abschieds, ähnlich einem Trauerprozess um einen geliebten Menschen
– das Loblied auf die Rituale
– die persönlichen Erfahrungen des Verfassers
– die Thesen zum Weiterdenken.
Was mich unangenehm berührt hat, war ganz am Anfang auf S.9 die Bemerkung „Die nur-Ruheständler können wir getrost vernachlässigen“. Das klingt in meinen Ohren verächtlich. Ich assoziiere mit Nur-Ruheständler den abfällig gefärbten Begriff der Nur-Hausfrau.Im Gegensatz zum Nur-Ruheständler hat mir die Wortschöpfung des „praktizierenden Mußeologen“ sehr gut gefallen. Ich werde das Buch sicher öfter Freunden schenken und in meiner Praxis empfehlen als Anstiftung zum dynamischen Ruhestand.“

Loring Sittler, Berlin
Verbandsmanagerleben nach dem Abschied: „Zu viel Ruhestand ist zu wenig“ – Ein Ratgeber, der keiner sein will

Den Übergang vom Vollzeitberuf in die zumeist irreführend immer noch Ruhestand genannte Zeit danach haben auch Verbandsmanager zu bewältigen. Nach den 68ern ist nun die Generation der Babyboomer damit beschäftigt. Deren Verrentung treibt den demografischen Wandel in der Form des Zuwachses an Älteren in bisher unbekannte Höhen; noch nie hat ein Geburtsjahrgang in solcher Stärke den 50. Geburtstag gefeiert wie der Jahrgang 54 vor zwei Jahren. Loring Sittler, bis Sommer diesen Jahres Leiter des Generali Zukunftsfonds, dessen Thema in den zurückliegenden Jahren Altern und Engagement war (Vergl. Interview mit Sittler in 2/16) schildert, was im neuen Buch unseres Redaktionsmitgliedes Henning von Vieregge „Neustart mit 60“ zu diesen Themen zu finden ist.

Der Untertitel des Buches von Henning von Vieregge, Neustart mit 60, lautet „Anstiftung zum dynamischen Ruhestand“. Die Anstiftung ist wörtlich zu verstehen: Es ist kein praktischer Ratgeber für Menschen im Übergang zwischen Hauptberuf und nachberuflicher Phase. Den Einstieg liefert Deutschlands bekanntester Gerontologe, Prof. Andreas Kruse, der das Humanvermögen der Älteren herausstellt (S.6f.) und den nachfolgenden Text wegen „profunder Überlegungen“ und „innovativer Konzepte“ lobt. Autor Henning von Vieregge, ehemaliger Hauptgeschäftsführer der Kommunikations- und Werbeagenturen GWA in Deutschland, der sich mit einem ersten Buch und einem Hörbuch tief in das Thema hineingearbeitet hat, nennt sein neues Werk eine Art „Vorsorgeuntersuchung auf dem Terrain der Lebenskunst“ (S.14). Es richtet sich insbesondere an alle, die den Anspruch haben, „sich nicht aufs Altenteil zurückzuziehen und schon gar nicht zurückdrängen zu lassen, sondern mit frischem Schwung und neuen Zielen am eigenen Leben und am Leben anderer gestaltend mitzuwirken“ (S.11).

Im zweiten Kapitel wird anschaulich beschrieben, wie schlecht wir darauf vorbereitet sind, aus dem „Hamsterrad des Lebens“ (S.12) rausgeworfen zu werden und richtigerweise darauf hingewiesen, dass „zu viel Ruhestand körperlich, geistig und seelisch zu wenig ist“ (S.17). An mehreren konkreten Beispielen wird mit Zitaten belegt, was einem alles an Merkwürdigkeiten bevorsteht bei der Verabschiedung und in der Folgezeit, auch was für Fehler man vermeiden muss in den aufgezeigten fünf Phasen des Abschieds. Nach „Fassungslosigkeit, Zorn und Verzweiflung“ (ab S.29 – diese Phase muss nicht von jedem durchlaufen werden!), „Erkennen der Realität (ab S.32) und schließlich „Zu Atem kommen“ (ab S.33) folgt als vierte Phase „Bereitsein zum Neustart“ und – wenn man Erfolg hat – die letzte Phase „Angekommen“, in der die Lebenszeit Strukturen hat, „täglich, wöchentlich und übers Jahr und das Leben nun wieder ausgefüllt und sinnvoll ist, vielleicht weniger ausgefüllt, womöglich deutlich sinnvoller ist als vordem.“ (S. 35)

Im dritten Kapitel werden die drei weitgehend tabuisierten „Angst-Bündel“ (S.39ff) des Übergangs abgehandelt: Angst vor materiellen Verlusten, Angst vor bisher gewohnter Rahmenbedingungen und – last not least! – Angst vor Statusverlust. Der Autor singt dann ein „Loblied auf Rituale“ (S.44), um den „Schmerz des Wandels zu dämpfen“ (S.47) und als möglichen Einstieg in eine neue Zeitstruktur.

Im vierten Kapitel erfolgt ein Exkurs in die 68er Generation, die er als „glücksverwöhnt“ bezeichnet (S.51ff) und das übergeht in drei Gedanken zur Übergangsphase, die er Klaus Dörner zitierend, als „soziales Niemandsland des sozialen Lebensabschnitts ohne Rollenerwartungen“ (S.64) beschreibt. Sein erster Gedanke: „Altern ist kein Verkümmerungsprozess, sondern Austausch von Gewinn und Verlust“ (S.64). Thema dabei ist auch das „defizitäre Altersbild“ und der Jugendwahn und einige damit verbundene „Scheinheiligkeiten“ (S.67). Der Schwierigkeit, Altersstufen zu unterscheiden, widmet sich der zweite und dritte Gedanke in Anlehnung an Dörner: „Meine jeweils zukünftige Altersstufe“ (Gedanke 2) „ist mir neu, unbekannt, fremd“ (Gedanke 3)(S.70) und fasst die „Botschaft“ unter dem Motto zusammen: „Nur nicht zu wenig Ehrgeiz!“ (S.71).

Das Fazit im 5. Kapitel wird mit einem anschaulichen Bild eingeleitet: „Man muss an das Haus anbauen und es nicht abbrennen.“ Es geht um die Themen „frühzeitig aussteigen und die Bedingungen stellen“ (S.75ff), um „Arroganz als Bumerang“ (S.78), um das oft vergebliche „Warten auf Anrufe“ (S.80) und um das rechtzeitige Planen der nächsten Schritte: „Die zweite Karriere beginnt schon während der ersten.“ (S.81). Das Alter wird mit Hinweis auf Gerhard Wegner, als „Gestaltungsprojekt“ beschrieben (ab S.83), in dem es wichtig ist zu wissen, ob man „sich treiben lässt oder ob einen etwas treibt“ (S.85), aus dem Lebenssinn erwachsen kann.

Das Buch schließt mit einer „Anleitung zu Zukunftsoptimismus“ (S.89), einer sprachlichen Anleihe bei Matthias Horx, in der insbesondere die Potentiale Älterer und die wachsende Bedeutung des freiwilligen Engagements als Ergänzung staatlicher Institutionen bei der gesellschaftlichen und kulturellen Integration beschworen werden. Am Ende steht eine sehr bunte Reihe von 21„Thesen zum Weiterdenken“, von der hier nur zwei erwähnt werden: „Der Arbeitsmarkt für Ältere (silver worker) kommt in Bewegung und kann bewegt werden.“ (These 5, S.96) und „Das Konzept ‚Gewonnene Jahre, gewonnene Lebensqualität’ muss formuliert, gewollt und dann erstritten werden. Es schließt in seiner Botschaft von der Balance zwischen privatem, beruflichem und philanthropischem Leben als Bedingung gelingenden Lebens die jüngeren Jahrgänge ein, setzt aber bei den Älteren an.“ (These 11, S.97)
Ergänzt wird das Buch von einer sehr hilfreichen Liste der „Bücher, die weiterhelfen“ (S.100f) und einem Hinweis auf die Herausgeber/Agentur Neue Ufer, Wiesbaden, die professionelle Beratung und Coaching beim Übergang anbietet (S.106ff).

Insgesamt eine runde Sache.“

Loring Sittler war bis 2016 Leiter des Generali Zukunftsfonds und ist Mit-Autor von „Wir brauchen Euch! Wie sich die Generation 50 Plus engagieren und verwirklichen kann“ Murmannverlag, Hamburg 2011 sowie zusammen mit Caitrin Lynch, „Geht’s noch, Die Rentner GmbH-Arbeit und Selbstwert im Alter, J. Kamphausen Mediengruppe, Bielefeld 2016

Die Rezension ist aus aus: Verbändereport 1/2017

Zwei Nachträge zu früheren Veröffentlichungen:

Halbzeit des Lebens
Sollte man über seine nachberufliche Lebensphase frühzeitig nachdenken
oder lieber alles auf sich zukommen lassen? Mit Ende des
Erwerbslebens direkt in den Ruhestand? Oder später? Warum eigentlich
nicht eine Zweit-Karriere starten? Bezahlt oder unbezahlt?
Geht es nicht letztlich immer um die eine große Suche: nach einem
erfüllten Leben? Eine Menge Fragen, auf die der UnruhestandsExperte
Henning von Vieregge Antworten gibt – vielfältige, manchmal
sogar widersprüchliche, aber immer gescheite und humorvolle.
Das zweieinhalb Stunden-Hörbuch regt dazu an, die zweite Lebenshälfte zu gewonnenen
Jahren zu machen: für sich und für die Gesellschaft des längeren Lebens. Anschaulich und
ausführlich schildert von Vieregge was zu tun ist, wenn die „Autobahn des Lebens“ der 68er
in die „Rüttelstrecke“ der zweiten Lebenshälfte übergeht. Auf der zweiten CD wird das Ganze
durch die Beschreibungen der Wirkungen des bürgerschaftlichen Engagements wissenschaftlich
vertieft.
Henning von Vieregge, Halbzeit des Lebens – was nun? Alt-68er und Babyboomer
zwischen Engagement, Zweitkarriere und Ruhestand, steinbach sprechende bücher
2015, 2 CDs, 156 Minuten (ISBN 978-3-86974-209-0)
aus:EAfA Rundbrief 67/2015

Ruhestand kommt später
Viele Berufstätige träumen vom Ruhestand: Endlich Zeit für sich
haben, verreisen, wandern, entspannen, mit den Enkeln spielen,
den Tag genießen. Doch dieser Traum kann schnell platzen.
Gerade Männer fallen nach dem Ausscheiden aus dem
Berufsleben oft in ein tiefes Loch und wissen nichts mit der neu
gewonnenen freien Zeit anzufangen. Viele sind orientierungslos
oder haben Angst vor einem Statusverlust. Und doch sind sie reif
für neue Herausforderungen.
Henning von Vieregge ist davon überzeugt: Wer in Rente geht,
sollte sich nicht zur Ruhe setzen, jedenfalls nicht sofort und nicht
vollständig, meint der Autor. Denn durch Arbeit, bezahlt oder
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unbezahlt, bleibt man mitten im Leben. Wer die Chancen des neuen Lebensabschnittes
nutze, könne noch viele silberne Jahre erleben.
Das Buch zeigt, wie „Altgediente“ als Berater oder Mentoren Kompetenzen, Erfahrungen und
Wissen an andere weitergeben können. Dabei stellt der Autor empirisch erprobte
Lebensmodelle vor und zeigt, wohin die Reise in der Arbeits- und Zivilgesellschaft geht.
Henning von Vieregge, Ruhestand kommt später. Wie Manager das Beste aus den
silbernen Jahren machen, Frankfurter Allgemeine Buch, Frankfurt 2013, 301 Seiten
(ISBN 978-3-89981-269-5)
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aus: EAfA Rundbrief 63/2014

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