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Stimmt es noch zwischen Politik und Wirtschaft? Fragen an Ole von Beust und Georg Ehrmann. Und: Warum sich Politik und Verwaltung den Kundenservice von DM zur Nachahmung anschauen sollten

08 Jan
8. Januar 2018

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Blog 167/2018
Guten Tag,

während in Berlin alle politischen Kräfte so tun als sei Regieren eine grässliche Betätigung und sich der Notwendigkeit abnäsig,nörgelig und gewissermaßen im Rückwärtsgang nähern, habe ich einen Ex-Politiker, der nun als Berater am Brückenschlag zwischen Wirtschaft und Politik sein Geld verdient, nach seiner Einschätzung gefragt. Ist der Abstand zwischen Politik und Wirtschaft gewachsen? Ole von Beust und sein Beratungskollege Georg Ehrmann, ehemaliger Verbandsmanager, haben geantwortet, der Verbändereport 9/2017 hat das Interview unter der Titelzeile „Die Entfremdung von Politik und Wirtschaft ist fortgeschritten“ gebracht.

Die Entfremdung würde sich verringern, wenn Politik, Staatsverwaltung und Monopolbetriebe bereit wären, von der privat organisierten, in Konkurrenz stehenden Wirtschaft zu lernen und nicht nur umgekeht, wie Beust meint. Während der Marburger OB auf eine Anfrage von Anfang November bis heute nicht reagierte (heute hat sein Büro nach Mahnung versprochen, sich der Angelegenheit anzunehmen, immerhin!) und die Post beim Telefonieren mit der Servicezentrale Prüfung verspricht ohne Mailbestätigungsmöglichkeit, Vorgangsnummer oder irgendeine Chance des Anfragenden, den Vorgang zu verfolgen, hat die Drogeriekette DM innerhalb von zwei Stunden substantiell geantwortet. Und später nochmals freundlich und profund telefonisch. Anrufe in ca. zehn DM-Geschäften waren eine reine Freude. Selbst aus einer Berliner Filiale kamen nur hilfsbereite und in der Sache zutreffende Nachrichten. Warum lässt man DM-Inhaber Götz Werner nicht in Berlin und anderswo den Bürgerservice organisieren? Warum pilgern nicht Bürgermeister, ÖTVler und Amtsvorsteher in DM-Filialen, um dem Geheimnis eines exzellenten Kundenservice auf die Spur zu kommen? Ein frommer Wunsch am Beginn des Jahres? Mit bürgerschaftlichem Druck ließe sich etwas bewegen. Der Staat ist schließlich kein Privatbesitz seiner Beschäftigten, obwohl man sich mitunter fragen muss, ob diese Aussage in Parteiprogrammen und politischem Handeln leitend ist.
Mit herzlichen Grüßen
Henning v. Vieregge

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